13. März 2021 / Allgemeines

Auf der Suche nach den Infektionsquellen

Interessante Einblicke in die Analyse des Infektionsgeschehens

Dr. Anne Bunte, Leiterin Abteilung Gesundheit bei Dreharbeiten
Veröffentlicht am 13. März 2021 um 10:00 Uhr

Die Sieben-Tages-Inzidenz der Coronaneuinfektionen im Kreis Gütersloh war Mitte Februar auf 50 gefallen, liegt mittlerweile aber wieder um 60 – trotz des Lockdowns seit Anfang November und der Verschärfung Mitte Dezember. Spannend sei der Blick auf die Entwicklung, so Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Kreis. 

Wohnen, arbeiten, pendeln

Man könne circa 70 Prozent der Neuinfektionen nachverfolgen. Größere zusammenhängende Infektionscluster gebe es wenige. Diese habe man vor allem gegen Ende 2020 in Einrichtungen der Altenpflege oder im Krankenhaus gehabt. „Momentan spielt sich das Infektionsgeschehen vor allem in zwei Bereichen ab“, erläutert Bunte. „Da sind die Infektionen im häuslichen und sozialen Umfeld, die unverändert den größten Teil der Infektionsquelle darstellen und daneben die Infektionen aus Arbeitsbezügen.“ Und dabei macht Corona vor Kreisgrenzen keinen Halt. Menschen arbeiten und wohnen an unterschiedlichen Orten und so steigen die Infektionszahlen auch, wenn die Ansteckungsquelle am Arbeitsplatz außerhalb des Kreises liegt.

Etwa ein Drittel der Infektionsquellen kann nicht nachvollzogen werden. Das hänge auch mit dem Antwortverhalten der Infizierten zusammen. „Nicht jeder gibt über sein Freizeitverhalten oder die Kontakte am Arbeitsplatz umfassend Auskunft“, so Bunte.

Zunahme der Varianten (VoCs)

Bei den hohen Inzidenzen im Dezember waren die besorgniserregenden Varianten (VoCs) noch nicht nachgewiesen. Das ist jetzt anders. Die positiven Fälle im Kreis Gütersloh werden mit einer speziellen PCR auf Mutationen untersucht und in einem Zeitraum von zwei Wochen erfolgte zudem eine Gensequenzierung aller positiven Proben.

Die Gesamtgenomsequenzierung ist sehr zeitaufwändig und auch teurer als die PCR, ist aber der sichere Nachweis von Virusvarianten. Wichtig sei es, so Bunte, das Vorliegen einer besorgniserregenden Variante schnell festzustellen, damit die Kontaktpersonen, die in vulnerablen Bereichen wie der Pflege oder zum Beispiel in KiTa oder Schule arbeiten, zeitnah getestet werden können, um eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu diesem Zeitpunkt auszuschließen. Bei den Varianten (VoCs) ist kein Freitesten nach zehn Tagen möglich und die Entlassung aus der Quarantäne erfolgt erst nach 14 Tagen und einem negativen Test. Auch die mit einer solchen Variante Infizierten müssen laut Empfehlung des RKI vom 26. Februar jetzt mindestens 14 Tage in Isolation bleiben.

Erste Fälle aus dem Bereich Schule und KiTa

Mit der Öffnung von KiTas und Schulen gebe es auch wieder mehr Fälle in diesem Bereich. Je älter die Schülerinnen und Schüler seien, desto mehr sei die Infektion mit der der Erwachsenen vergleichbar, erklärt die Leiterin der Abteilung Gesundheit.

Impfung im Kreis 

Derweil geht die Impfung im Kreis weiter. 14.100 Personen (Stand 10. März) wurden im Impfzentrum mit der ersten und teilweise auch der zweiten Impfung versorgt. Seit dem 1. März werden sechs Impfstraßen im ehemaligen Shop des britischen Militärs geöffnet. Verwaltungschef Landrat Sven-Georg Adenauer: „Ich bin froh, dass wir mit den Impfungen in allen 34 Alten- und Pflegeheimen im Kreisgebiet jetzt erst einmal durch sind. So verringert sich die Gefahr, dass es Ausbrüche in Heimen mit schweren Krankheitsverläufen oder Todesfällen gibt.“

BU: Dr. Anne Bunte, Leiterin Abteilung Gesundheit, bei einem Dreh des Westdeutschen Rundfunks im Kreishaus.

Quelle und Foto: Kreis Gütersloh

Meistgelesene Artikel

Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
«Alles wegen einer Fahrkarte»: Urteil nach Tod von Schaffner
Aus aller Welt

Ein Streit um ein Ticket eskaliert - ein Zugbegleiter stirbt. Der Täter soll zehn Jahre ins Gefängnis. Warum der Richterspruch manche fassungslos macht.

weiterlesen...
Schwiegermutter im Fluchtauto? Unterstützung für Politiker
Aus aller Welt

Die Schwiegermutter eines Politikers soll nach den Schüssen in Stade den Fluchtwagen gesteuert haben. Noch ist unklar, wie viel sie wusste. Der Abgeordnete geht offen damit um - und wird bestärkt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Venezuela will provisorische Häuser für Erdbebenopfer bauen
Aus aller Welt

Viele Betroffene haben ihr Zuhause verloren und leben derzeit in Schulen. Die Zahl der Todesopfer liegt nun bei 4.333.

weiterlesen...
Bekennerbrief nach Brand - Sabotageverdacht an Bahnstrecke
Aus aller Welt

Nach einem Feuer an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln taucht ein Bekennerschreiben auf. Nun wird Sabotage vermutet. Die Strecke ist inzwischen wieder freigegeben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Einladung zum diesjährigen Chorfestival
Allgemeines

Diana Kochtokrax lädt zum Chorfestival ein und hofft auf Berichterstattung.

weiterlesen...
Warum unsere Augen im Winter schneller müde werden – besonders beim Autofahren
Allgemeines

Was Dunkelheit, Licht, Heizungsluft und Klima mit dem Sehen am Morgen und am Abend machen

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner