13. April 2019 / Allgemeines

Der Kreis Gütersloh möchte mehr Kinder fördern

Bildungs- und Teilhabepaket

Veröffentlicht am 13. April 2019 um 06:00 Uhr

Gütersloh. Mit Informationsveranstaltungen, mehrsprachigen Flyern und der sogenannten Bildungskarte will der Kreis Gütersloh stärker auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) aufmerksam machen. Im Landesvergleich für das Jahr 2017 lag die Quote im Kreis Gütersloh mit knapp 10.000 geförderten Kindern deutlich über dem Durchschnitt. Eine tolle Bilanz, doch darauf will sich der Kreis nicht ausruhen. Miriam Grigoleit, Sachgebietsleiterin im Jobcenter, berichtete im Ausschuss für Arbeit und Soziales von den Neuerungen.

Schon seit Februar 2011 gibt es das bundesweite Förderpaket, das im Zuge der Hartz-IV-Reform verabschiedet wurde. Aus diesen Mitteln bekommen Kinder, die Sozialleistungen erhalten (SGB II, Wohngeld, Kinderzuschlag, SGB XII, Asylleistungen), zum Beispiel Zuschüsse für Klassenfahrten, Kita-Ausflüge, Schulmaterialien oder Fahrtkosten. Ab August 2019 soll das neue Starke-Familien-Gesetz auf Bundesebene Änderungen im SGB II einführen, die die Verarbeitung des BuT auf bürokratischer Ebene erleichtern sollen, berichtet Miriam Grigoleit. „Unter anderem müssen Anträge dann nicht mehr gesondert eingereicht werden, was eine Menge Bürokratie einspart.“ Und auch finanziell tut sich einiges: „Beispielsweise fällt der Eigenanteil der Eltern am Mittagessen weg und die Beiträge für Vereine und das Schulbedarfspaket werden erhöht.“ Allerdings sei dem Gesetzesentwurf  bisher nur im Bundestag zugestimmt worden, betonte sie. Der Bundesrat müsse noch zustimmen.

Um die Möglichkeiten des BuT stärker in die Wahrnehmung von Sozialhilfeempfängern zu rücken, hat das Jobcenter bereits verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht. Besonders wichtig sei Grigoleit die Zusammenarbeit mit sogenannten Multiplikatoren. Damit meint sie zum Beispiel Lehrer, Sporttrainer oder Schulsozialarbeiter, die für Eltern und Kinder erste Ansprechpartner sind. Um diese wichtige Schnittstelle zwischen den Leistungsbeziehenden und dem Jobcenter zu schließen, bietet der Kreis Informationstermine an. „Wir besuchen immer wieder Schulen und Kitas, um direkt vor Ort das BuT vorzustellen. Aber auch Vereine wollen wir verstärkt anschreiben.“ In persönlichen Gesprächen könnten mögliche Fragen schneller beantwortet werden.

Zu solchen Besuchen können die Sozialarbeiter bald auch den neuen BuT-Flyer mitnehmen. Seit Anfang 2019 liegt er auf Arabisch und Russisch vor. Die Übersetzungen in weitere Sprachen wurden kürzlich abgeschlossen. Damit sollen auch Menschen, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, sich über die möglichen Leistungen des BuT informieren können. Die neuen Broschüren werden bald in den Rathäusern der 13 Kommunen ausliegen und auch an Schulen, Kitas und Vereine verschickt.

Zusätzlich will der Kreis mit der sogenannten Bildungskarte den bürokratischen Aufwand in Zukunft noch weiter verringern. Die elektronische Check-Karte wird bereits in den Kreisen Warendorf, Hamm und Münster erfolgreich eingesetzt. Mit ihr könnten genehmigte Förderleistungen direkt bezahlt werden und müssten nicht mehr einzeln beim Jobcenter eingereicht und bearbeitet werden. So vereinfacht die Bildungskarte das bisherige Abrechnungssystem erheblich. Nach Einführung der elektronischen Akte in diesem Sommer strebt das Jobcenter als Start für die Bildungskarte den Beginn des zweiten Schulhalbjahres Anfang 2020 an.

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