1. Juli 2022 / Aus aller Welt

Ausgefallener Weihnachtsmarkt nun im Juli

Dampfende Glühweintassen, Nelken- und Zimtdüfte, Kerzenschein und Adventslieder - viele fiebern landauf, landab den Weihnachtsmärkten im Dezember entgegen. Corona hatte dies zuletzt unmöglich gemacht. In Schwaben wird daher Weihnachten nun im Sommer zelebriert.

Zwei Frauen stoßen mit Glühwein in Bechern auf dem Weihnachtsmarkt an.

Weihnachtsstimmung mit Glühwein, Nikolaus und Christbaum im Hochsommer - dies soll an diesem Wochenende die Menschen ins schwäbische Dinkelscherben locken.

Im Hof eines Seniorenheims wird dann der im vergangenen Winter wegen der Corona-Krise ausgefallene Weihnachtsmarkt nachgeholt.

Die Veranstalter versprechen ganz klassisch weihnachtliche Musik, den Duft von Glühwein und Bratwurst sowie das gemütliche Beisammensein mit lieben Menschen. So wie es sonst auch bei den traditionellen Märkten im Advent üblich ist.

Organisator Paul Schreiber vom örtlichen Wirtschaftsförderverein Reischenau begründete den ungewöhnlichen Zeitpunkt, dass zwei Jahre lang die vorbereiteten «wunderschönen Weihnachtsmärkte» abgesagt werden mussten. Dann sei im Verein die Idee entstanden, im Rahmen der im Juli in der Marktgemeinde im Landkreis Augsburg laufenden Kulturwochen einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Erstmal habe er geschluckt und dann gesagt: «Ja, warum nicht?»

Ob die etwa 6400 Einwohner Dinkelscherbens nach den Hitzetagen im Juni nun bereits in Weihnachtsstimmung seien, wisse er nicht, sagt Schreiber. «Aber wir versuchen, die Menschen etwas in Stimmung zu bringen.» Die passenden Zutaten gibt es: Neben gebrannten Mandeln und Schupfnudeln werden typische Adventsprodukte wie Weihnachtskugeln, gravierte Kerzen sowie handgemachte Krippen angeboten. Außerdem stehen mehrere geschmückte Christbäume auf dem Gelände.

Sogar der Nikolaus kommt vorbei

Es gebe «alles, was zu einem richtigen Weihnachtsmarkt dazugehört», verspricht der Verein. Mehr als ein Dutzend Buden seien für den dreitägigen Markt aufgebaut worden, insgesamt gebe es 23 Stände auf dem Markt, erläutert Schreiber. Für die Kinder komme der Nikolaus mit einem Sack voller Geschenke vorbei.

Allerdings gibt es auch manche Alternativangebote - insbesondere wegen des nicht winterlichen Wetters. Wer beispielsweise Glühwein zu heiß finde, könne auf kühlen, südländischen Sangria ausweichen, empfiehlt der Organisator. Die dicken Jacken dürften auf jeden Fall daheim bleiben. Auch Bürgermeister Edgar Kalb wünschte sich «hoffentlich sommerliche Temperaturen» zum Weihnachtsmarkt.

Die Reaktionen auf den Sommer-Weihnachtsmarkt sind laut Schreiber ganz unterschiedlich. «Manche sagen, das ist totaler Blödsinn.» Andere fragten, ob es ein Witz sei. Besonders gläubige Menschen kritisierten auch die Idee. Die Mehrzahl finde den Markt aber gut. Insbesondere im Internet habe das Projekt sehr positive Meldungen hervorgerufen, berichtet Schreiber. «Außerhalb von Dinkelscherben geht es rum wie ein Lauffeuer.»


Bildnachweis: © Christoph Schmidt/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Alkoholisierter Jugendlicher verursacht Unfallserie
Polizeimeldung

Am Samstagnachmittag, 12.11.2022

weiterlesen...
Kollision zweier Güterzüge - Wichtige Bahnstrecke gesperrt
Aus aller Welt

Ein Güterzug fährt auf einen stehenden Zug auf, explosives Propangas tritt aus: Menschen im Raum Gifhorn müssen laut Feuerwehr keine Gefahr fürchten. Aber der Unfall trifft den Bahnverkehr hart.

weiterlesen...
Das Aus der letzten Telefonzellen steht bevor
Aus aller Welt

Das Handy macht die früher wichtige Telefonzelle überflüssig. Bald ist der öffentliche Münzfernsprecher endgültig Geschichte in Deutschland. Zeit für Erinnerungen - und zum Abschiednehmen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Eindringliche Appelle beim Weltnaturgipfel in Kanada
Aus aller Welt

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert - UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur «Massenvernichtungswaffe».

weiterlesen...
Bisher unbekannte Haiart vor Australien entdeckt
Aus aller Welt

So einen Hornhai haben die Forscher noch nicht gesehen: Für gewöhnlich hält sich die Art in flachen Gewässern auf. Doch dieses unbekannte gestreifte Exemplar lebt in den Tiefen des Ozeans.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Eindringliche Appelle beim Weltnaturgipfel in Kanada
Aus aller Welt

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert - UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur «Massenvernichtungswaffe».

weiterlesen...
Bisher unbekannte Haiart vor Australien entdeckt
Aus aller Welt

So einen Hornhai haben die Forscher noch nicht gesehen: Für gewöhnlich hält sich die Art in flachen Gewässern auf. Doch dieses unbekannte gestreifte Exemplar lebt in den Tiefen des Ozeans.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner