14. Juni 2021 / Aus aller Welt

Besitzer von Weltkriegspanzer hatte mehr als 60 Schusswaffen

2015 fanden Ermittler in einer Kieler Villa zahlreiche Waffen sowie einen Weltkriegspanzer. Jetzt läuft gegen den Besitzer ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Dieser Panzerkampfwagen von Typ «Panther» wurde 2015 sichergestellt.
Veröffentlicht am 14. Juni 2021 um 11:49 Uhr von dpa

Bei dem Eigentümer eines Weltkriegspanzers aus einem Kieler Vorort wurden bei einer Durchsuchung auch mehrere Verstöße gegen das Waffenrecht festgestellt. «65 Waffen waren bei ihm registriert», sagte ein Zeuge vom Ordnungsamt des Kreises Plön am Montag vor dem Kieler Landgericht.

Zahlreiche Waffen wurden vom Landeskriminalamt für Tests mitgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass darunter zwei vollautomatische Waffen vom Typ Mauser C96 waren. Der 84-Jährige ist wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt.

Bei der Durchsuchung der Villa des Mannes an der Kieler Förde waren im Sommer 2015 neben den Waffen ein Weltkriegspanzer vom Typ «Panther», ein Torpedo, ein Mörser, eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter sowie Munition sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft wertet neben dem Panzer auch die Flugabwehrkanone und andere Waffen als Kriegswaffe. Dagegen geht die 7. große Strafkammer auf Basis mehrerer Gutachten davon aus, dass es sich nur bei der Flugabwehrkanone nach wie vor um eine Kriegswaffe handeln dürfte.

Zum Waffenfund sagte der Mitarbeiter des Ordnungsamtes: «Vollautomatisch bedeutet, man besitzt eine Kriegswaffe. Die darf ein normaler Waffenbesitzer nicht haben.» Außerdem wurde bei der Durchsuchung festgestellt, dass drei Waffen des Mannes unterladen waren und eine weitere voll geladen. Nach Angaben des Zeugen kann dies zum Widerruf der Waffenbesitzkarte führen. Zudem war darauf ein Raketengewehr fälschlicherweise als Karabiner erfasst. Der Angeklagte hatte die Waffen nach Änderung des Waffenrechts auf Waffenbesitzkarten 1975 eintragen lassen.


Bildnachweis: © Carsten Rehder/dpa
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