16. Dezember 2021 / Aus aller Welt

Biden verspricht umfassende Hilfe für Tornado-Opfer

Die Wucht der Tornados ließ Gebäude in sich zusammenstürzen. Bei einem Besuch sieht Präsident Biden die Schneise der Verwüstung in Kentucky - und macht den Anwohnern ein Versprechen.

US-Präsident Joe Biden (r) spricht vor den Trümmern eines Hauses mit zwei Frauen im Bundesstaat Kentucky.

Nach den verheerenden Tornados in Kentucky mit Dutzenden Todesopfern hat US-Präsident Joe Biden dem Bundesstaat und den betroffenen Anwohnern jegliche mögliche Hilfe der Regierung zugesagt.

Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um beim Wiederaufbau zu helfen - und das so lange wie es nötig sei, versprach Biden am Mittwoch bei einem Besuch im Katastrophengebiet.

Das Ausmaß der Zerstörung sei «fast nicht zu glauben», sagte Biden. Im Ort Dawson Springs waren hinter dem Präsidenten zerstörte Häuser und viele Trümmer zu sehen. «Diese Tornados haben alles in ihrem Pfad verschlungen», sagte Biden. An die Anwohner gerichtet fügte er hinzu: «Sie werden sich erholen und sie werden wieder aufbauen.»

Kostenübernahme für einen Monat

Biden kündigte an, die Bundesregierung werde in Kentucky für die Bergungsarbeiten, das Beseitigen von Trümmern und nötige Einsätze der Rettungskräfte einen Monat lang die gesamten Kosten tragen. Zuvor hatte er dem südöstlichen Bundesstaat eine Kostenübernahme in Höhe von 75 Prozent zugesagt. Biden betonte, die Katastrophenschutzbehörde Fema stehe bereit, betroffenen Anwohnern zu helfen.

Unmittelbar zuvor hatte Biden auch den schwer betroffenen Ort Mayfield besucht. Dort sah er zahlreiche beschädigte oder komplett zerstörte Häuser und sprach bei einem Rundgang mit Anwohnern. Er sei gekommen, um zuzuhören und sicherzustellen, dass die örtlichen Behörden alle verfügbaren Hilfen bekämen, sagte er. Der Wiederaufbau werde lange dauern, warnte Biden. «Wir werden nicht verschwinden. Ich verspreche es ihnen, die Bundesregierung wird beteiligt sein, bis das wieder aufgebaut wird.» Davor war Biden über das Katastrophengebiet geflogen, um sich aus der Luft ein Bild von der Lage zu machen.

Mindestens 74 Tote

Die Tornados hatten in der Nacht zu Samstag schwere Zerstörungen angerichtet. Allein in Kentucky kamen mindestens 74 Menschen ums Leben, Dutzende galten auch am Mittwoch noch als vermisst. Gouverneur Andy Beshear sprach von den «schlimmsten Tornadoschäden, die man sich vorstellen kann». Nach Angaben der Behörden schlug ein Tornado über eine Strecke von 227 Meilen (365 Kilometer) eine Schneise der Verwüstung - rund 200 Meilen davon in Kentucky. Auch in angrenzenden Bundesstaaten verursachten die Tornados schwere Schäden und wurden für mindestens 14 Todesfälle verantwortlich gemacht.

Für die USA ist es die jüngste einer ganzen Reihe von Naturkatastrophen. In diesem Jahr hat es schon zahlreiche Stürme, Überflutungen und Waldbrände gegeben. Biden sieht in der Häufung und Heftigkeit der Katastrophen eine Folge des Klimawandels, dessen Bekämpfung er zu einer seiner Top-Prioritäten gemacht hat.


Bildnachweis: © Andrew Harnik/AP/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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