29. Oktober 2021 / Aus aller Welt

Brand mit 60 Toten: Acht Straflager-Urteile in Russland

Beim Brand in einem Einkaufszentrum in Kemerowo haben 60 Menschen ihr Leben verloren. Das war im März 2018. Jetzt wurde den Verantwortlichen der Prozess gemacht.

Rauch steigt im März 2018 über dem Einkaufszentrum in Kemerowo auf.
Veröffentlicht am 29. Oktober 2021 um 12:48 Uhr von dpa

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Tod von 60 Menschen bei einem Brand in einem russischen Einkaufszentrum hat ein Gericht acht Angeklagte zu Haftstrafen zwischen 5 und 14 Jahren Straflager verurteilt.

Die Generaldirektorin des Haupteigentümers des Einkaufszentrums in Kemerowo muss nach dem Urteil des Richters wegen Verstößen gegen Sicherheits- und Brandvorschriften 14 Jahre ins Straflager. Das teilten Justizbehörden in der sibirischen Stadt rund 3000 Kilometer östlich von Moskau am Freitag mit. Bei dem Brand im März 2018 kamen nach Behördenangaben 60 Menschen ums Leben, darunter 37 Kinder. 147 Menschen wurden verletzt.

Unter den Verurteilten waren auch Verantwortliche für die Technik und für den Brandschutz. Der Brand war am 28. März 2018 in der obersten Etage des Einkaufszentrums ausgebrochen. Ein Kabelbrand in einem Kinosaal sowie ein Kurzschluss in der Kinderabteilung galten als Brandursache. Der Fall erregte besonderes Aufsehen, weil der Alarm nicht funktionierte und Notausgänge verschlossen waren.

Erwartet wird noch ein zweites Verfahren unter anderem auch gegen Verantwortliche in den russischen Behörden, die die technischen Anlagen abgenommen hatten. «Das Ermittlungskomitee hat alle Personen zur Verantwortung gezogen, deren Handlungen oder Untätigkeit zu dieser Tragödie geführt haben», sagte die Sprecherin des zentralen Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko, am Freitag.

Die Fahnder hätten in den vergangenen Jahren durch eine sorgfältige Analyse der Ereignisse nachgewiesen, dass «inkompetente Entscheidungen» eines ganzen Kreises von Beteiligen zum massenhaften Tod von Menschen geführt hätten. Auch Behördenmitarbeiter hätten die Augen vor den Bauvorschriften und Sicherheitsbestimmungen verschlossen, sagte Petrenko.


Bildnachweis: © Sergei Gavrilenko/AP/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Osterfeuer für das „Abenteuer Alpen“ – Die KjG Neuenkirchen lädt ein!
Stadt Rietberg

Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken

weiterlesen...
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Aus aller Welt

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.

weiterlesen...
Serviceportal heute nur eingeschränkt erreichbar
Stadt Rietberg

Wartungsarbeiten führen zu Verzögerung Rietberg. Am heutigen Mittwoch ist das Serviceportal der Stadt Rietberg, die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel in Haiti
Aus aller Welt

Ein über soziale Medien beworbenes Treffen lockt viele junge Menschen an Haitis Zitadelle, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Vor Ort kommt es zu Chaos und einer tödlichen Panik.

weiterlesen...
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Aus aller Welt

Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel in Haiti
Aus aller Welt

Ein über soziale Medien beworbenes Treffen lockt viele junge Menschen an Haitis Zitadelle, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Vor Ort kommt es zu Chaos und einer tödlichen Panik.

weiterlesen...
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Aus aller Welt

Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner