Zum Ausbau der Quantencomputer-Technologie in Deutschland hat das Bundesforschungsministerium am Montag einem Konsortium über 40 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Ein Großteil der Mittel fließt in einen Quantencomputer, den das deutsch-finnische Unternehmen IQM bereitstellt. Die Anlage wird in den nächsten Monaten und Jahren in das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching integriert. «Wir legen damit den Grundstein für die Arbeiten in den nächsten drei Jahren», sagte die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die Förderung ist der erste Schritt eines größer angelegten Plans, im internationalen Wettlauf um die Technik der Zukunft Schritt halten zu können. Dafür hatte die Bundesregierung im Mai insgesamt zwei Milliarden Euro freigegeben. 1,1 Milliarden Euro vergibt das Bundesforschungsministerium, 878 Millionen Euro stammen aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums. Der Rechner in Garching soll über 20 Qubits verfügen. Innerhalb der fünf Jahre soll ein wettbewerbsfähiger deutscher Quantencomputer mit mindestens 100 individuell ansteuerbaren Qubits ausgestattet sein - skalierbar auf mindestens 500 Qubits. Zum Vergleich: Der IBM-System Quantum Eagle, das noch in diesem Jahr live gehen soll, verfügt über 127 Qubits. Karliczek sagte, mit dem Projekt in München mache man in den nächsten Jahren einen «Quantencomputer made in Europe» für Nutzer aus Forschung und Industrie in Deutschland verfügbar. «Wir müssen auf diesem Zukunftsfeld eigenes Know-how und eigene Technologien auch in Deutschland entwickeln.» Es dürften keine Abhängigkeiten auf diesem Schlüsselgebiet entstehen. «Es reicht nicht aus, sich nur auf den Infrastrukturen von Dritten auszuruhen, dessen Zugang uns am Ende auch jederzeit wieder versperrt werden kann.» Mit dem Konzept der Quantencomputer reagiert die Forschung und Industrie auf die Tatsache, dass die bislang übliche Entwicklung von Hochleistungscomputern an ihre physikalischen Grenzen stößt. Ein Quantencomputer speichert Informationen nicht in Form von Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich Eins oder Null. Ein Qubit eines Quantencomputers kann stattdessen beides gleichzeitig sein, also Eins und Null. Das Quantenteilchen hält solange beide Zustände inne, bis man es sich ansieht oder misst. Damit können Quantencomputer theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner.Karliczek: «Quantencomputer made in Europe»
Bildnachweis: © Lino Mirgeler/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bund startet erstes konkretes Quantencomputer-Projekt
Beim Quantencomputing investiert Deutschland Milliarden, um bei dieser Zukunftstechnologie unabhängig zu sein. Das Programm wird in Bayern in einem Projekt mit einem deutsch-finnischen Startup gestartet.
Meistgelesene Artikel
Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken
- 29. März 2026
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.
- 15. April 2026
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...
Neueste Artikel
- 16. April 2026
Rückruf von Dattel-Kugeln wegen möglicher Fremdkörper
Betroffen ist ein Artikel des Hamburger Snackunternehmens Foodloose. Kunden sollten vom Verzehr in bestimmten Fällen absehen und sicherstellen, dass Kinder keinen Zugang hätten.
- 16. April 2026
Walter Gunz: Vom Mediamarkt-Gründer zum Wal-Retter
Millionen, Management, Mediamarkt – und jetzt Wale retten? Der Unternehmer Walter Gunz begibt sich mit seiner jüngsten Aktion auf neues Terrain.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. April 2026
Rückruf von Dattel-Kugeln wegen möglicher Fremdkörper
Betroffen ist ein Artikel des Hamburger Snackunternehmens Foodloose. Kunden sollten vom Verzehr in bestimmten Fällen absehen und sicherstellen, dass Kinder keinen Zugang hätten.
- 16. April 2026
Walter Gunz: Vom Mediamarkt-Gründer zum Wal-Retter
Millionen, Management, Mediamarkt – und jetzt Wale retten? Der Unternehmer Walter Gunz begibt sich mit seiner jüngsten Aktion auf neues Terrain.





