9. Februar 2025 / Aus aller Welt

Die Robben sind los - erste Heuler der Saison ausgewildert

Die Seehundstation Friedrichskoog päppelt Heuler auf, die zu schwach waren, um in Freiheit zu überleben. Nun sind vier Kegelrobbenjunge fit genug, um ausgewildert zu werden.

Richtung Wasser wollten sich die vier Kegelrobben nur langsam bewegen.
Veröffentlicht am 9. Februar 2025 um 14:23 Uhr von dpa

Die ersten Kegelrobbenheuler dieser Geburtensaison sind aus der Seehundstation Friedrichskoog ausgewildert worden. Sehr zögerlich verließen die Jungtiere Frederike, Marie, Jutta und Pin ihre Transportboxen, robbten langsam in die Nordsee. «Die werden ihren Weg draußen schon machen», sagte die Leiterin der Seehundstation, Tanja Rosenberger.

Die vier wurden zwischen Ende November und Anfang Dezember als Heuler auf der Helgoländer Düne gefunden. Sie hatten noch kein ausreichendes Gewicht, um alleine zu überleben. Bevor sie im Dithmarscher Bereich des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in die Freiheit entlassen wurden, wurden sie in der Seehundstation ein letztes Mal gewogen. Mindestens 35 Kilogramm müssen die Kegelrobben vor der Auswilderung auf die Waage bringen.

In den nächsten Wochen folgen nach Angaben der Seehundstation weitere Auswilderungen junger Kegelrobben. Aktuell befinden sich noch 26 weitere junge Kegelrobben in der Seehundstation Friedrichskoog. 

Zu Heulern Abstand halten 

Die Wurf- und Paarungszeit der Kegelrobben beginnt Anfang November und läuft im Januar aus. Hauptgeburtenzeit in Schleswig-Holstein ist im Dezember. Aber es werden auch in diesen Tagen noch vereinzelt Kegelrobben geboren, wie die Seehundstation mitteilte. Deswegen sollte man Abstand halten und im Zweifel bei der Seehundstation oder beim Seehundjäger vor Ort anrufen, damit geprüft werden kann, ob ein Tier Hilfe brauche. 

Zudem ist es möglich, mit der «Robben.App» Meeressäuger an Nord- und auch Ostsee einfach und präzise zu melden. Dank der Standortfunktion von Smartphones und der App landen alle wichtigen Informationen den Angaben zufolge direkt beim zuständigen Seehundjäger, um das Tier im Anschluss zügig finden und ihm helfen zu können. 

Streng geschützte Kegelrobben vermehren sich prächtig

Kegelrobben sind die größten Raubtiere Deutschlands. Sie können nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung bis zu 2,5 Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden. Kegelrobben sind in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt. 

In den vergangenen Jahren vermehrten sich die Kegelrobben im Wattenmeer und insbesondere auf Helgoland sehr gut. Auch in dieser Geburtensaison wurden mehr als 1.000 Kegelrobben auf Helgoland geboren.


Bildnachweis: © Axel Heimken/dpa
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