10. Dezember 2021 / Aus aller Welt

Ex-Mönch Bilgri plant kirchliche Hochzeit mit seinem Mann

Anselm Bilgri war jahrelang Priester und Mönch - und schwul. Heute gilt er als scharfer Kritiker der römisch-katholischen Kirche. Nun wollen er und sein Mann Markus sich kirchlich trauen lassen.

Der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri (r) und sein Mann Markus küssen sich nach ihrer Trauung vor dem Münchner Standesamt in der Mandlstraße.

Ein Dreivierteljahr nach ihrer standesamtlichen Trauung planen der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri und sein Mann Markus die kirchliche Hochzeit. «Sobald es Corona zulässt, werden wir in St. Willibrord an der Blumenstraße von Pfarrer Siegfried Thuringer getraut», so Bilgri.

Die Altkatholische Kirche, der Bilgri inzwischen angehört, habe kürzlich beschlossen, dass dort auch homosexuelle Paare heiraten dürfen, sagte der Ex-Mönch. In der römisch-katholischen Kirche dürfen ihre Partnerschaften nicht einmal gesegnet werden.

Scharfe Kritik an römisch-katholischer Kirche

Bilgri gilt als scharfer Kritiker seiner früheren Kirche, spricht sich gegen den Zwangszölibat und für mehr Rechte Homosexueller aus. Vor rund 40 Jahren wurde er vom späteren Papst Joseph Ratzinger zum Priester geweiht - und später Prior des Klosters Andechs. Er hatte Ende 2020 bekannt gegeben, aus der römisch-katholischen Kirche aus- und zu den deutlich liberaleren Altkatholiken übergetreten zu sein. Kurze Zeit später machte er öffentlich, dass er schwul ist und seit Jahren mit seinem knapp 30 Jahre jüngeren Partner zusammenlebt. Das Paar wurde im März dieses Jahres von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) getraut.


Bildnachweis: © Peter Kneffel/dpa
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