20. März 2026 / Aus aller Welt

Fahrer von Unglücks-Tram soll am Handy gewesen sein

Kurz nach dem Ende von Winter-Olympia kamen zwei Menschen ums Leben. Mehr als 50 wurden verletzt. Nun kommt heraus, dass der Fahrer telefoniert haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Fahrer der Tram soll kurz vor dem Unglück am Handy gewesen sein.
Veröffentlicht am 20. März 2026 um 09:53 Uhr von dpa

Der Verdacht nach einem schweren Straßenbahn-Unglück in Mailand mit zwei Toten und mehr als 50 Verletzten richtet sich zunehmend gegen den Fahrer. Der 61-Jährige soll bis kurz zuvor am Handy gewesen sein, wie mehrere italienische Tageszeitungen aus den Ermittlungen berichteten. Er selbst hatte nach dem Unglück angegeben, sich unwohl gefühlt zu haben. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.

Die Straßenbahn war wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt am 27. Februar gegen ein Gebäude geprallt. Eigentlich hätte sie an einer Kreuzung geradeaus fahren sollen, bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Zwei Männer im Alter von 49 und 59 Jahren kamen ums Leben. Der Fahrer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. 

Telefonat noch zwölf Sekunden vor dem Unglück?

Unmittelbar danach wurde bereits spekuliert, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück hatte er eine Haltestelle missachtet. Nun berichten die Zeitung «Corriere della Sera» und andere Blätter, dass der Fahrer telefoniert habe. Demnach war er zumindest zwölf Sekunden vor dem Unglück noch am Handy, möglicherweise auch noch länger. 

Die Anwälte des Mannes hatten zuvor schon bestätigt, dass ihr Mandant während der Fahrt am Telefon war - allerdings habe er das letzte Gespräch anderthalb Minuten vor dem Unglück beendet. Die Ermittler kamen nun jedoch zu einem anderen Ergebnis. Genauen Aufschluss erhoffen sie sich von einem Abgleich der Verbindungsdaten mit den Aufzeichnungen der Verkehrsbetriebe.


Bildnachweis: © Francesco Enriquez/IPA via ZUMA Press/dpa
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