5. August 2021 / Aus aller Welt

Brände im Mittelmeerraum: Steht das Schlimmste noch bevor?

Die Menschen in der Türkei, Griechenland und Italien kämpfen verzweifelt gegen immer neue Brandherde. In Griechenland sind Meteorologen sich einig: Es wird noch schlimmer.

Ein Hubschrauber transportiert Löschwasser, um einen Waldbrand in der Türkei zu löschen.

Die verheerenden Brände im Mittelmeerraum nehmen auch nach einer Woche kein Ende. Griechische Meteorologen und die Regierung in Athen warnen nun, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht sein könnte.

Befürchtet wird vor allem, dass in den nächsten Tagen starke Winde aufkommen - sie könnten den Kampf gegen die Flammen fast unmöglich machen und die Feuer immer weiter anfachen. Die Temperaturen sollen zum Wochenende leicht fallen, dann aber erneut mehr als 40 Grad erreichen.

Dramatisch ist die Lage auch in der Türkei: Dort informierte das Forstamt am Donnerstag per Twitter, dass mittlerweile 180 Brände ausgebrochen seien, von denen 15 bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten. Derweil hat die türkische Generalstaatsanwaltschaft wegen einer Kampagne in sozialen Medien Ermittlungen aufgenommen.

Hilferuf auf Twitter

Unter dem Hashtag #HelpTurkey hatten User im Kampf gegen das Feuer um internationale Hilfe gebeten. Seit Beginn der Brände vergangene Woche wird immer wieder Kritik an der Ausstattung der Einsatzkräfte laut. Ermittelt werde nun unter anderem wegen «Erzeugung von Sorge, Angst und Panik» in der Bevölkerung und Anstiftung des Volkes zu Hass und Feindschaft, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag.

Seit Mittwoch versucht unterdessen die griechische Feuerwehr in einem gewaltigen Kraftakt, die Brandherde rund um das antike Olympia auf der Halbinsel Peloponnes unter Kontrolle zu bringen. Zuletzt gelang es, das Feuer einzudämmen, kurz bevor die Flammen das Unesco-Welterbe erreichen konnten. «Die Stätte ist vorerst gerettet», sagte der Gouverneur der Region Westgriechenland, Nektarios Farmakis, am frühen Morgen im Staatsfernsehen. Er warnte jedoch: «Die Gefahr ist nicht vorbei.»

Freiwillige schlagen Schneisen

So auch auf der Insel Euböa: Dort bekämpfen die Menschen aktuell mehrere große Brandherde in Eigenregie. Freiwillige Helfer schlagen Schneisen, damit die Flammen nicht überspringen; zum Einsatz kommen Kettensägen, Traktoren und Gartenschläuche. Löschflugzeuge waren zunächst nicht zu sehen, weil die Piloten angesichts der vielen Brände im ganzen Land nicht überall sein können. Am Mittwochabend zählte die griechische Feuerwehr 116 Brände binnen 24 Stunden.

In Italien kämpften die Einsatzkräfte auch am Donnerstag weiter gegen die Flammen. Unter anderem Sizilien und Kalabrien waren betroffen. Mehrere Löschflugzeuge seien in den Provinzen Messina und Palermo im Einsatz, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. In Bulgarien gilt weiterhin die zweithöchste Alarmstufe - seit Donnerstag in 24 der 28 Regionen des Landes.


Bildnachweis: © Emre Tazegul/AP/dpa
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