28. November 2025 / Aus aller Welt

Häftling nach Flucht mit Säge und Laken in Bistro gefasst

Mit einer Metallsäge und einem Laken fliehen zwei Häftlinge in Frankreich aus dem Knast. Einer wird später beim Kaffeetrinken in einem Bistro geschnappt. Wie ihm die spektakuläre Flucht gelang.

Ein Gefängnisausbrecher in Frankreich ist später beim Kaffeetrinken in einem Bistro gefasst worden. (Symbolfoto)
Veröffentlicht am 28. November 2025 um 13:04 Uhr von dpa

Nach der filmreifen Flucht von zwei Häftlingen in Frankreich, die Gitterstäbe durchsägten und sich mit Bettlaken abseilten, ist einer der beiden auf der Terrasse eines Bistros gefasst worden. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez beglückwünschte die Einsatzkräfte zu der Festnahme am Morgen im Departement Saône-et-Loire. Der 32-Jährige habe in der kleinen Ortschaft Bey vor dem Bistro in Ruhe seinen Kaffee getrunken, als Beamte ihn widerstandslos festnahmen, berichtete der Sender France 3.

Die Männer waren am Donnerstagmorgen aus dem rund 80 Kilometer entfernten Gefängnis in Dijon aus der Untersuchungshaft geflohen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, fand das Justizpersonal in der Zelle der Ausbrecher eine Metallsäge sowie einen Brief des 32-Jährigen. Darin habe dieser beklagt, dass er «schon viel zu lange» hinter Gittern sitze. Der Mann befand sich wegen Drohungen und schwerer Gewalt gegen seine Partnerin in Haft. Gegen den 19 Jahre alten Mitausbrecher wird wegen eines versuchten Auftragsmordes und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Sicherheitsprobleme in Frankreichs Gefängnissen

Der Ausbruch wirft ein Schlaglicht auf weit verbreitete Sicherheitsprobleme in Frankreichs überfüllten Gefängnissen. In Dijon hatte das Personal nach Gewerkschaftsangaben vor dem Ausbruch Sicherheitsmängel in dem in einem historischen Gebäude gelegenen Gefängnis angeprangert, die Anstaltsleitung habe darauf aber nicht reagiert.

Wie ein Gefängnisaufseher in Dijon dem Sender France 3 sagte, seien die Metallsäge und die Bettlaken wahrscheinlich per Drohne in das Gefängnis geschafft worden. Regelmäßig kommt es in Frankreich vor, dass Häftlinge sich mit Drohnen Drogen, Mobiltelefone und andere verbotene Gegenstände in die Haftanstalten liefern lassen. Vor wenigen Tagen erst kündigte Justizminister Gérald Darmanin Investitionen in Millionenhöhe in die Haftanstalten an, um das Hereinschmuggeln verbotener Gegenstände zu erschweren.


Bildnachweis: © Arnaud Finistre/AFP/dpa
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