25. Februar 2025 / Aus aller Welt

Heirat oder Kündigung: Firma in China sorgt für Empörung

In China gehen Eheschließungen und Geburten zurück. Ein Unternehmen wollte nun auf eigene Faust dagegen vorgehen, wurde jedoch schnell wieder zurückgepfiffen.

In China ist die Zahl der Eheschließungen rückläufig. Ein Unternehmen wollte seine Mitarbeiter daher zu nun ihrem Glück zwingen - doch die Behörden schritten schnell ein. (Symbolbild).
Veröffentlicht am 25. Februar 2025 um 10:17 Uhr von dpa

Unter Druck der Behörden hat ein Unternehmen in China eine neue Regel zurückgezogen, nach der Mitarbeiter entweder heiraten oder die Firma verlassen sollten. Wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtet, wollte das Chemie-Unternehmen aus der ostchinesischen Provinz Shandong die Heiratsquote unter seinen rund 1.200 Mitarbeitern steigern. Deshalb führte es im Januar eine neue Richtlinie ein.

Hochzeit bis September - oder kein Job mehr 

Wer bis Ende März nicht geheiratet hätte, hätte einen Brief mit einer Selbstkritik schreiben müssen. Wäre die Heirat bis Ende Juni noch immer nicht vollzogen gewesen, hätte das Unternehmen eine «Bewertung» vorgenommen. Unklar blieb, was genau damit gemeint war. Wer bis Ende September immer noch ledig gewesen wäre, sollte gekündigt werden.

Das Unternehmen plante außerdem, Regeln durchzusetzen, die von den Mitarbeitern verlangten, sich stärker an traditionelle chinesische Werte zu halten. Betroffen gewesen wären alle ledigen und geschiedenen Mitarbeiter der Firma im Alter von 28 bis 58 Jahren.

Behörden greifen ein - Kritik in sozialen Medien

Kurz nach Inkrafttreten der Regelungen griffen jedoch die Behörden ein. Der Fall sorgte in Chinas sozialen Medien für Kritik.

Die chinesische Regierung versucht selbst, junge Menschen dazu zu bewegen, wieder häufiger zu heiraten und eine Familie zu gründen. Dabei setzt sie etwa auf weniger Bürokratie und finanzielle Anreize. Sowohl die Heiratsraten als auch die Geburtenzahlen gehen in China seit Jahren tendenziell zurück.


Bildnachweis: © Lu Boan/XinHua/dpa
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