20. September 2021 / Aus aller Welt

Hinterbliebenen-Expedition zum «Estonia»-Wrack unterwegs

Es war die schwerste Schiffskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Und bis heute gibt es Zweifel an der Unglücksursache. Nun bricht eine private Expedition erneut zum Schiffswrack auf.

Ein Videostandbild zeigt den Schriftzug der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre «Estonia», die vor der Südküste Finnlands liegt.
Veröffentlicht am 20. September 2021 um 13:29 Uhr von dpa

Neue Expedition zum Wrack der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre «Estonia»: Ein privat finanziertes Expertenteam aus Estland ist am Wochenende zur Unglücksstelle aufgebrochen.

Im Auftrag der Hinterbliebenen-Organisation der Opfer der Schiffskatastrophe stach ein Forschungsschiff am Samstag im niederländischen Eemshaven in See. Es soll voraussichtlich am Mittwoch am Unglücksort eintreffen und dort neue Untersuchungen einleiten, berichtete die estnische Zeitung «Postimees» am Montag. Dabei sollen verschiedene Sonargeräte zum Einsatz kommen, um das Schiff und den Meeresboden zu untersuchen.

Geleitet wird die parallel zu einer offiziellen Untersuchung durch staatliche Behörden erfolgende Expedition vom früheren estnischen Staatsanwalt und «Estonia»-Ermittler Margus Kurm. «Unser Ziel ist es, alle Schäden am Wrack der Estonia zu kartografieren, zu filmen und zu scannen sowie das Autodeck und die Umgebung des Wracks zu untersuchen», sagte er. 

Der Untergang der «Estonia» gilt als die schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Fähre war in der Nacht zum 28. September 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finnischen Südküste gesunken. 852 Menschen starben, nur 137 überlebten. Dem offiziellen Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1997 zufolge war das abgerissene Bugvisier die Ursache für den Untergang. Es gibt bis heute aber Zweifel an der Unglücksursache.

Überlebende und Hinterbliebene fordern bereits seit langem eine Wiederaufnahme der Untersuchungen. Dokumentarfilmer hatten im Vorjahr die Diskussion wieder aufleben lassen - sie hatten mit einem Tauchroboter unter anderem Löcher im Schiffsrumpf entdeckt. Bestätigt wurden diese im Zuge einer daraufhin von den Untersuchungsbehörden in Estland, Schweden und Finnland eingeleiteten Vorstudie am Wrack. Umfassendere offizielle Untersuchungen sollen nach der vollständigen Auswertung der gesammelten Daten im Frühjahr 2022 folgen.


Bildnachweis: © -/STT-Lehtikuva-Pool/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Segelflugzeug stürzt auf A45 – ein Toter bei Olpe
Aus aller Welt

Beim Absturz eines Segelflugzeugs auf eine Autobahn im Sauerland kommt der Pilot ums Leben. Die Polizei ermittelt, zur Ursache gibt es noch keine Angaben.

weiterlesen...
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Kreis Gütersloh

Gütersloh. Wie leben Menschen aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder Nordmazedonien im Kreis Gütersloh? Welche...

weiterlesen...
 Öffentlichkeitsfahndung nach vermisstem 15-Jährigen
Polizeimeldung

Gütersloh (ots) - Rietberg (MK) - Seit Mittwoch (13.05.) wird der 15-jährige Dean P. aus einer Jugendeinrichtung in...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Dreiköpfige Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall
Aus aller Welt

Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug kommt in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben – darunter ein zweijähriges Kleinkind. Für den Fahrer des Lkws geht der Unfall glimpflich aus.

weiterlesen...
Schwedens Königspaar feiert die Liebe – nur Estelle fehlt
Aus aller Welt

Wenn das Königspaar Carl Gustaf und Silvia am Freitag Goldhochzeit hat, feiert ganz Schweden Mittsommer. Die große Party zu 50 Jahren Royal-Ehe stieg deshalb schon jetzt. Inklusive Barkasse.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Dreiköpfige Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall
Aus aller Welt

Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug kommt in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben – darunter ein zweijähriges Kleinkind. Für den Fahrer des Lkws geht der Unfall glimpflich aus.

weiterlesen...
Schwedens Königspaar feiert die Liebe – nur Estelle fehlt
Aus aller Welt

Wenn das Königspaar Carl Gustaf und Silvia am Freitag Goldhochzeit hat, feiert ganz Schweden Mittsommer. Die große Party zu 50 Jahren Royal-Ehe stieg deshalb schon jetzt. Inklusive Barkasse.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner