19. Januar 2026 / Aus aller Welt

Immer mehr Kinder wegen psychischer Probleme in Kliniken

Pandemie, Kriege, Zukunftsängste: Kinder und Teenager stehen unter Druck. Viele müssen wegen psychischer Probleme in Kliniken. Die Wartezeit ist oft lang.

Öfter in psychiatrischer Behandlung in Kliniken: Kinder und Jugendliche
Veröffentlicht am 19. Januar 2026 um 16:25 Uhr von dpa

Die psychische Gesundheit von Kindern und Teenagern hat sich deutlich verschlechtert und führt zu mehr längeren Klinikaufenthalten. Wegen der fünf häufigsten Diagnosen in dem Bereich mussten vergangenes Jahr 44.381 Minderjährige stationär behandelt werden. Vier Jahre zuvor lag die Zahl bei nur 34.499. Dies meldete «Correctiv» unter Berufung auf Daten der Krankenhausgesellschaft, diese lagen auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Minderjährige Psychiatrie-Patienten müssen inzwischen vier bis sechs Monate auf einen Platz warten, wie der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß «Correctiv» sagte. «Diese lange Wartezeit ist natürlich gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie hochproblematisch.»

Corona, Klima und Kriege belasten

Erst vor wenigen Wochen hatte der Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK aufgezeigt, dass die Corona-Pandemie, die Klimakrise sowie Kriege, gesellschaftlicher Druck und Zukunftsängste viele Kinder und Jugendliche belastet. Vor allem Mädchen seien wegen psychischer Probleme oft dauerhaft in Behandlung, hieß es.

Ende Oktober hatten die Bundesschülerkonferenz (BSK) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit Blick auf psychische Probleme bei Schülerinnen und Schülern vor den langfristigen Folgen gewarnt. «Wir stecken in einer tiefen Krise. Uns geht's nicht gut und wenn wir da nicht rauskommen, dann hat das extreme volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen», sagte BSK-Generalsekretär Quentin Gärtner bei einer Pressekonferenz.

Forderung nach mehr Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen

In einem 10-Punkte-Plan fordert die Schülerkonferenz unter anderem mehr Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen, eine Förderung von Medienkompetenz in allen Unterrichtsfächern und die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie Selbstregulation und Stressbewältigung.

Im März hatte das Statistische Bundesamt berichtet, dass psychische Erkrankungen bei Kindern und Teenagern im Jahr 2023 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen waren. Rund 112.600 der 10- bis 19-Jährigen waren demnach wegen psychischer Erkrankungen oder Verhaltensstörungen im Krankenhaus.


Bildnachweis: © Julian Stratenschulte/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rückruf von Dattel-Kugeln ausgeweitet
Aus aller Welt

Betroffen ist ein Artikel des Hamburger Snackunternehmens Foodloose. Kunden sollten vom Verzehr absehen, wenn die Verpackung eine bestimmte Chargennummer trägt.

weiterlesen...
Osterfeuer für das „Abenteuer Alpen“ – Die KjG Neuenkirchen lädt ein!
Stadt Rietberg

Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken

weiterlesen...
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Aus aller Welt

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Tun oder lassen – was ist das Beste für den Wal vor Poel?
Aus aller Welt

Gestrandet, losgekommen, wieder gestrandet – und das mehrfach. Wie geht es weiter im Drama um den Buckelwal in der Ostsee? In der Nacht liegt das Tier ruhig. Was Fachleute raten.

weiterlesen...
Backhaus nach nächtlicher Kontrolle: «Wal liegt ruhig»
Aus aller Welt

Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus nähert sich dem gestrandeten Buckelwal in der Nacht mit Fachleuten auf einem Boot. Wie ist der Zustand des Tieres?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Tun oder lassen – was ist das Beste für den Wal vor Poel?
Aus aller Welt

Gestrandet, losgekommen, wieder gestrandet – und das mehrfach. Wie geht es weiter im Drama um den Buckelwal in der Ostsee? In der Nacht liegt das Tier ruhig. Was Fachleute raten.

weiterlesen...
Backhaus nach nächtlicher Kontrolle: «Wal liegt ruhig»
Aus aller Welt

Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus nähert sich dem gestrandeten Buckelwal in der Nacht mit Fachleuten auf einem Boot. Wie ist der Zustand des Tieres?

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner