Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation ISS hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine vierköpfige Astronauten-Besatzung wegen medizinischer Probleme vorzeitig zurück zur Erde geholt. Mit einem «Crew Dragon» des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk landeten die vier Astronauten in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) im Meer vor der Küste des US-Bundesstaates Kaliforniens, wie Live-Bilder der Nasa zeigten. Weniger als eine Stunde nach dem sogenannten Splashdown verließen die vier Astronauten mit Unterstützung nacheinander die Kapsel und wurden von SpaceX-Mitarbeitern auf einem Schiff mit Jubel und Applaus empfangen. Anschließend wurden die US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, der japanische Raumfahrer Kimiya Yui und der russische Kosmonaut Oleg Platonow per Hubschrauber in ein Krankenhaus in San Diego gebracht, wo sie untersucht werden und über Nacht bleiben sollten. Die vier Astronauten – die sogenannte «Crew-11» – waren seit Anfang August an Bord der ISS gewesen und hätten dort eigentlich noch rund einen Monat bleiben sollen. «Ich könnte nicht stolzer sein auf unsere Astronauten und unsere Teams auf der Erde bei Nasa, SpaceX und unseren internationalen Partnern», sagte Nasa-Chef Jared Isaacman. Es sei eine «sehr erfolgreiche Mission» gewesen. «Das ist, worauf wir uns vorbereiten. Das ist die Nasa von ihrer besten Seite.» Die «Crew-11» verbrachte insgesamt 167 Tage im All, flog dabei rund 114 Millionen Kilometer und umrundete 2.670 mal die Erde. Cardman und Platonow waren zum ersten Mal im All, Yui zum zweiten und Fincke zum vierten Mal. Nähere Details zum medizinischen Problem und welches Crew-Member es betreffe, wollte die Nasa aus Gründen der Privatsphäre nicht mitteilen. Es habe sich um eine «ernste medizinische Situation» gehandelt, die so auch auf der Erde hätte vorkommen können, sagte Isaccman, der die Landung gemeinsam mit Familienmitgliedern der Crew im Kontrollzentrum in Houston verfolgte. Das Crew-Mitglied sei aber stabil. «Alle Crew-Mitglieder sind sicher und guter Stimmung.» Natürlich sei die Crew nicht begeistert gewesen, dass ihre Zeit auf der ISS verkürzt werden müsse, sagte Nasa-Manager Joel Montalbano bei einer Pressekonferenz. «Sie waren traurig, aber sie waren auch bereit. Sie haben sogar schon wieder rumgewitzelt. Sie sind Profis.» Vor ihrem Abflug hätten sie noch eine ausgiebige Übergabe und Extra-Training für den Nasa-Astronauten Christopher Williams organisiert, der nun mit den beiden russischen Kosmonauten Sergej Mikaew und Sergej Kud-Swertschkow alleine an Bord der ISS ist. Williams werde einige zeitkritische wissenschaftliche Experimente priorisieren – «aber es sind vier Menschen weniger an Bord, das macht sich bemerkbar». Zwei nun ausgefallene Außeneinsätze würden von der nächsten Crew übernommen. Der Start der Nachfolge-Crew war ursprünglich für Mitte Februar geplant, könnte nun aber vorgezogen werden. In der vergangenen Woche hatte die Nasa zuerst einen Außeneinsatz wegen gesundheitlicher Probleme eines Crew-Mitglieds kurzfristig abgesagt – und dann mitgeteilt, dass sie wegen des Problems die komplette vierköpfige Crew vorzeitig zurück zur Erde holen werde. An Bord der ISS leben und forschen seit rund 25 Jahren Astronauten und Astronautinnen aus der ganzen Welt.Nasa-Chef Isaacman: «Sehr erfolgreiche Mission»
Crew hat «schon wieder rumgewitzelt»
Bildnachweis: © Uncredited/NASA/AP/dpa
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ISS-Crew vorzeitig zurück auf der Erde – medizinische Gründe
Erstmals in der Geschichte der ISS hat die Nasa eine vierköpfige Crew wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückgeholt. Nun sind die Astronauten wohlbehalten angekommen.
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