11. Januar 2023 / Aus aller Welt

ISS-Raumfahrer kommen mit Ersatzraumschiff zurück

Ein im Dezember entdecktes Leck an einer Sojus-Kapsel warf viele Fragen auf: Wie kam es dazu, wie groß ist der Schaden und vor allem - wie kommen die Raumfahrer von der ISS wieder nach Hause?

Eine Sojus-Kapsel der Internationalen Raumstation (ISS).

Nachdem im Dezember an einer russischen Sojus-Kapsel ein Leck entdeckt worden war, sollen die drei Raumfahrer nun später als geplant und mit einem Ersatzraumschiff von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückkehren. Die beiden Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin sowie der Nasa-Astronaut Frank Rubio sollen statt in der Sojus-MS-22-Kapsel, in der sie im vergangenen September an der ISS andockten, in der Sojus MS-23 zurückfliegen, teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Juri Borissow, am Mittwoch auf Telegram mit.

Wann genau das sein wird, war zunächst nicht bekannt. Ursprünglich war der Rückflug der beiden Russen und des US-Amerikaners für März angesetzt. Nun soll am 20. Februar die Sojus MS-23 vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus zur ISS geschickt werden und dann soll, nach einigen Umräumarbeiten, die Sojus MS-22 unbemannt zur Erde zurückfliegen. Der Aufenthalt der drei Raumfahrer an Bord der ISS könnte sich dadurch um mehrere Monate verlängern, hieß es von Roskosmos.

Das Leck war im vergangenen Dezember an der Sojus-MS-22-Kapsel aufgetreten. Russische Raumfahrtexperten vermuteten, dass der Grund der Einschlag eines Mikrometeoriden gewesen sein könnte. Diese Annahme habe sich mittlerweile bestätigt, sagte Borissow. Es wurden die Außenbeschichtung und ein Kühlaggregat beschädigt. Wegen des Defekts musste damals auch ein geplanter Weltraumspaziergang von Prokopjew und Petelin abgesagt werden. Sowohl Roskosmos als auch die Nasa versicherten aber, dass sie keine Gefahr für den Betrieb der ISS sehen. Wie es mit dem Zeitplan für die weiteren geplanten bemannten Flügen zur ISS aussehe, werde derzeit geprüft.

Die Crew sei bei gutem Gesundheitszustand, hieß es bei einer Pressekonferenz von Nasa und Roskosmos am Mittwoch. «Sie sind bereit bei allem mitzumachen, was wir entscheiden», sagte Joel Montalbano, der bei der Nasa für das ISS-Programm zuständig ist. «Ich muss möglicherweise noch etwas Eiscreme hochfliegen, um sie zu belohnen.»


Bildnachweis: © Sergei Korsakov/Roscosmos State Space Corporation/AP/dpa
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