7. Juli 2022 / Aus aller Welt

Japan verschärft Strafen für Cyber-Mobbing

Hana Kimura war Teil der Netflix-Reality-Show «Terrace House» und Opfer von Cyber-Mobbing. Im Jahr 2020 starb sie - vermutlich durch Suizid. Nun will Japan gegen Hass im Internet vorgehen.

Nach dem Tod eines Netflix-Stars will Japan gegen Cyber-Mobbing vorgehen.

Japan geht nach dem tragischen Tod einer aus dem Netflix-Programm bekannten jungen Profi-Wrestlerin verschärft gegen Cyber-Mobbing vor.

Am Donnerstag trat eine Gesetzesänderung in Kraft, mit der Hasskommentare und Beleidigungen im Internet künftig mit einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden können. Daneben sieht das überarbeitete Strafgesetzbuch erhöhte Geldstrafen vor. Anlass für das schärfere Vorgehen gegen Cyber-Mobbing war der Tod der 22-jährigen Hana Kimura, die in der international bekannten Netflix-Reality-Show «Terrace House» aufgetreten war. Sie war ein Opfer von hasserfüllten Kommentaren im Internet geworden.

Als Todesursache wird Suizid angenommen. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 2020 schrieb die junge Japanerin auf Twitter, dass sie täglich fast 100 Kommentare erhalte und sich verletzt fühle. Ihr Schicksal rückte schlagartig das Thema Cyber-Mobbing ins Zentrum der öffentlichen Debatte. Mobbing im Allgemeinen ist indes schon lange ein ernstes gesellschaftliches Problem im harmoniebetonten Japan. Die Regierung erklärte damals in Reaktion auf Kimuras Tod, man wolle die Gesetzeslage ändern, damit Personen, die hasserfüllte Kommentare in sozialen Medien verbreiten, einfacher identifiziert werden können.

Zwei Männer in den Präfekturen Osaka und Fukui waren mit einer Geldstrafe von lediglich 9000 Yen (65 Euro) belegt worden, weil sie vor Kimuras Tod die Frau online verunglimpft hatten. Kritik an dieser geringen Strafe führte schließlich zur Gesetzesverschärfung. Neben der längeren Haftstrafe - bislang sah das Gesetz weniger als 30 Tage Haft vor - drohen Tätern künftig auch Geldstrafen von bis zu 300 000 Yen (2160 Euro) statt bisher weniger als 10 000 Yen (72 Euro). Auch die Verjährungsfrist für Cyber-Mobbing wurde von einem Jahr auf drei Jahre verlängert.


Bildnachweis: © picture alliance / Nicolas Armer/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Alkoholisierter Jugendlicher verursacht Unfallserie
Polizeimeldung

Am Samstagnachmittag, 12.11.2022

weiterlesen...
Kollision zweier Güterzüge - Wichtige Bahnstrecke gesperrt
Aus aller Welt

Ein Güterzug fährt auf einen stehenden Zug auf, explosives Propangas tritt aus: Menschen im Raum Gifhorn müssen laut Feuerwehr keine Gefahr fürchten. Aber der Unfall trifft den Bahnverkehr hart.

weiterlesen...
Das Aus der letzten Telefonzellen steht bevor
Aus aller Welt

Das Handy macht die früher wichtige Telefonzelle überflüssig. Bald ist der öffentliche Münzfernsprecher endgültig Geschichte in Deutschland. Zeit für Erinnerungen - und zum Abschiednehmen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Rund 2500 tote Kaspische Robben in Russland gefunden
Aus aller Welt

Die Ursache für den Tod der geschützten Tiere ist noch nicht geklärt. Die Art ist vom Aussterben bedroht. Öllecks, Wilderei und Überfischung setzen den Tieren zu.

weiterlesen...
Indonesischer Vulkan Semeru bricht am Jahrestag erneut aus
Aus aller Welt

Der Semeru auf der indonesischen Insel Java speit wieder verstärkt, nun ist der Vulkan in der von Naturkatastrophen gebeutelten Region erneut ausgebrochen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Rund 2500 tote Kaspische Robben in Russland gefunden
Aus aller Welt

Die Ursache für den Tod der geschützten Tiere ist noch nicht geklärt. Die Art ist vom Aussterben bedroht. Öllecks, Wilderei und Überfischung setzen den Tieren zu.

weiterlesen...
Indonesischer Vulkan Semeru bricht am Jahrestag erneut aus
Aus aller Welt

Der Semeru auf der indonesischen Insel Java speit wieder verstärkt, nun ist der Vulkan in der von Naturkatastrophen gebeutelten Region erneut ausgebrochen.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner