27. Juli 2023 / Aus aller Welt

Jedes zweite Kind in Europa erlebt oft Hitzewellen

Besonders Babys und Kleinkinder leiden unter den Hitzewellen, die zahlreiche negative Folgen für die Gesundheit haben können. Laut Unicef ist in Deutschland etwa jedes vierte Kind betroffen.

Ein Kind kühlt sich bei 38 Grad Celsius an einem Brunnen ab.
Veröffentlicht am 27. Juli 2023 um 02:11 Uhr von dpa

Die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Europa und Zentralasien sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef häufigen Hitzewellen ausgesetzt. Das sind insgesamt rund 92 Millionen Minderjährige, wie Unicef heute berichtete.

Bis 2050 dürfte jedes Kind davon betroffen sein. Die Region umfasst 50 Länder von Westeuropa über Weißrussland, die Ukraine und die Türkei bis nach Kasachstan und Tadschikistan. In Deutschland ist nach der Analyse etwa jedes vierte Kind betroffen. Die Angaben bezogen sich auf 2020.

Zahlreiche negative Auswirkungen

Hitze setze vor allem Babys und Kleinkindern zu, berichtete die Organisation. Ihre Körpertemperatur steige schneller und höher als die von Erwachsenen. Bei Kindern, die Hitzewellen ausgesetzt sind, steige unter anderem das Risiko der Entwicklung von Allergien, von Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen oder Hitzschlägen. Zudem steige durch Hitzewellen bei Schwangeren das Risiko von Komplikationen bei der Geburt. Schulkinder könnten sich bei Hitze weniger gut konzentrieren. Das beeinträchtige ihre Bildungschancen.

«Die zahlreichen negativen Auswirkungen auf die derzeitige und künftige Gesundheit eines so großen Teils der Kinder in der Region müssen die Regierungen dazu veranlassen, dringend in Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zu investieren», sagte Regina de Dominicis, Unicef-Regionaldirektorin für die Region Europa und Zentralasien.

Unicef rief Regierungen unter anderem auf, zu investieren, damit Kinder und ihre Familien vor Hitzewellen besser geschützt werden und Hitzefolgen bei Kindern früh erkannt und behandelt werden. Kinder sollten auch frühzeitig etwas über den Klimawandel und passende Verhaltensweisen lernen.


Bildnachweis: © Gao Jing/XinHua/dpa
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