4. Januar 2024 / Aus aller Welt

Landwirte klagen über überschwemmte Felder wegen Dauerregens

Hunderttausende Hektar Acker sind laut niedersächsischem Bauernverband überschwemmt. Glücklicherweise seien aber nur wenige Ställe so betroffen, dass Tiere in Sicherheit gebracht werden mussten.

Nadine Wilkens, Landwirtin und Inhaberin einer Pferdepension, hat ihre Tiere vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht.
Veröffentlicht am 4. Januar 2024 um 04:23 Uhr von dpa

Fast jeder Landwirt ist nach Angaben des niedersächsischen Bauernverbandes derzeit von Überflutungen seiner Felder beziehungsweise von Nässeschäden betroffen. Hintergrund seien die großen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen, teilte das Landvolk Niedersachsen in Hannover auf Anfrage der dpa mit.

Wie viele landwirtschaftliche Flächen direkt von Hochwasser anliegender Flüsse oder anderer Gewässer beeinträchtigt seien, sei aktuell nicht genau abschätzbar.

«Es sind mehrere Hunderttausend Hektar Acker und Grünland überschwemmt», sagte Landvolk-Präsident Holger Hennies der dpa. Auch Hunderte Hofstellen seien von Überschwemmungen betroffen, «glücklicherweise aber nur sehr wenige Betriebe so stark, dass auch Ställe betroffen sind und Vieh evakuiert werden musste», sagte Hennies.

Pferde vor Hochwasser in Sicherheit gebracht

Zum Beispiel an der Hunte in Oldenburg hat sich die Hochwasserlage verschärft. Hier wurden vier Pferdehöfe im Ortsteil Bümmerstede von der Stadt darauf hingewiesen, dass es Gefährdungspotenzial gebe und sie sicherstellen sollten, ihre Pferde im Notfall zu evakuieren.

Nadine Wilkens hat vorsorglich schon einige ihrer Tiere in Sicherheit gebracht, obwohl noch keine Evakuierung behördlich angeordnet wurde. «Die sind ja wie unsere Kinder», sagte Wilkens. Mehrere Pferde seien jetzt bei Freunden untergebracht.

«Die Solidarität unter Landwirten ist enorm. Da hilft jeder jedem», betonte der niedersächsische Bauernverband. Es hätten nur wenige Ställe mit Milchkühen evakuiert werden müssen. Deren Unterbringung sei aber eine besondere Herausforderung, da Ersatzställe auch über die notwendige Melktechnik verfügen müssten. Es handele sich um eine belastende Situation für besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern.

Auch der Bremer Landwirt Carsten Schnakenberg kämpft seit Weihnachten unermüdlich gegen das Hochwasser. «Man kommt ja nicht so richtig runter, selbst wenn man ins Bett geht», sagte der Bauer aus dem Ortsteil Timmersloh. Der Zusammenhalt unter den betroffenen Landwirten sei aber enorm.


Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
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