30. Januar 2026 / Aus aller Welt

Anklage auf Mallorca fordert sieben Jahre für Kegelbrüder

Acht Kegelbrüder aus dem Münsterland sollen nach einem Brand auf Mallorca für sieben Jahre ins Gefängnis. Die Anklage wirft ihnen vorsätzliche Brandstiftung vor. Unter anderem mit Hilfe von Bier.

Die Justiz auf Mallorca hat gegen die sogenannten Kegelbrüder Anklage wegen vorsätzlicher Brandstiftung erhoben und sieben Jahre Haft gefordert. (Archivbild)
Veröffentlicht am 30. Januar 2026 um 13:59 Uhr von Jan-Uwe Ronneburger, dpa

Acht deutsche Hobbykegler sollen nach dem Willen der spanischen Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Brandstiftung für sieben Jahre ins Gefängnis. Das ging aus der Klagschrift gegen die sogenannten Kegelbrüder aus dem Münsterland hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zudem sollten sie zusammen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen. Die jungen Männer haben von Anfang an bestritten, für den Brand am 20. Mai 2022 in einer Kneipe am Ballermann verantwortlich zu sein. 

Schwere Anschuldigungen 

Die Anklage wirft ihnen jedoch nach jahrelangen Ermittlungen vor, an dem besagten Tag vor bald vier Jahren vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse der Kneipe «Why not Mallorca» geworfen zu haben, das in Brand geriet. Zusammen mit den glühenden Kippen hätten sie «eine brennbare Flüssigkeit, wie Bier oder etwas Ähnlichem» auf das Schilfdach gekippt, heißt es wörtlich in der Klageschrift. 

Die Deutschen seien dabei von Balkon zu Balkon geklettert, hätten gelacht und sich gegenseitig angefeuert. In der Klageschrift wird ihnen vorgeworfen, eine «absolute Verachtung für das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bewohner des Hotels, in dem sie sich befanden, sowie der angrenzenden Einrichtungen» gezeigt zu haben. 

Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden durch das Feuer beschädigt. Da auch mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten, wird den Männern zudem Körperverletzung vorgeworfen.

Anwältin: Bislang keine eindeutigen Beweise

Die Gruppe bestand aus 13 Urlaubern, die von einem als besonders streng geltenden Richter zunächst alle in Untersuchungshaft geschickt wurden. Einer von ihnen war bereits einen Tag nach dem Brand ohne Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Vier weitere hatten das Gefängnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dürfen. 

Die restlichen acht saßen rund zwei Monate in Untersuchungshaft. Sie kamen erst gegen eine hohe Kaution frei, als der strenge Haftrichter kurz im Urlaub war und seine Vertreterin die Freilassung anordnete. Die Männer sind seither wieder in Deutschland.

Die spanische Rechtsanwältin María Barbancho betonte, es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung für die Angeklagten. In den Ermittlungsakten gebe es «zahlreiche entlastende Anhaltspunkte», schrieb sie in einer Mitteilung. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine belastbaren oder eindeutigen Beweise für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten hervorgebracht.

Kegelbrüder erwarten faires Verfahren 

Die Verteidigerin Barbancho bekräftigte, die jungen Männer hätten den Brand nicht verursacht. «Im Gegenteil: Einige von ihnen engagieren sich seit Jahren in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Als solche haben sie den Hotelgästen beim Verlassen des Gebäudes geholfen, als sich das Feuer ausbreitete, und erlitten dabei selbst Rauchvergiftungen», schrieb die Anwältin. Die Angeklagten vertrauten darauf, dass der Sachverhalt in der anstehenden Hauptverhandlung umfassend, objektiv und fair aufgeklärt werde, betonte die Verteidigerin. 

Ein Termin für den Beginn des Prozesses, bei dem die Deutschen eventuell vor Gericht in Palma erscheinen müssten, wurde nach Angaben einer Sprecherin der Justiz zunächst nicht anberaumt.


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