Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Maßnahmen gegen einen Versorgungsengpass bei dem wichtigen Wirkstoff gegen Brustkrebs, Tamoxifen, auf den Weg gebracht. Der Beirat für Liefer- und Versorgungsengpässe habe einstimmig verschiedene Maßnahmen beschlossen, teilte das BfArM in Bonn mit. So solle der Import tamoxifenhaltiger Arzneimittel erleichtert werden. Ermittelt werde, ob und welche Arzneimittelkontingente für den deutschen Markt kurzfristig verfügbar gemacht werden könnten, ohne dabei einen Versorgungsmangel in anderen Staaten zu erzeugen. Auch sollen Ärzte in den kommenden Monaten keine Rezepte auf Vorrat ausstellen. Vielmehr sollten Patientinnen und Patienten erst dann ein Folgerezept erhalten, wenn dies wirklich erforderlich ist. Je nach Verfügbarkeit könnten Ärzte auch kleinere Packungsgrößen oder Arzneimittel mit einer geringeren Stärke verordnen. Der Beirat geht davon aus, dass die Versorgungslücke, die ohne Kompensationsmaßnahmen spätestens Ende Februar zu erwarten wäre, vermieden werden könne, bis die neu produzierten Arzneimittel den Patientinnen und Patienten zur Verfügung stünden. Der «Spiegel» hatte in dieser Woche über den drohenden Lieferengpass berichtet. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) teilte demnach gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften mit, dass seit Januar 2022 bei Tamoxifen-Präparaten mehrerer Firmen «nahezu vollumfänglich ein Lieferengpass» bestehe. Es gehe zum jetzigen Zeitpunkt um rund 85 Prozent des Marktes. Bis zu 130.000 Frauen und Männer in Deutschland könnten betroffen sein. Der Hintergrund der Engpässe sei nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Erklärung sei laut DGHO ein Anstieg der Verschreibungen seit dem ersten Quartal 2020 im zeitlichen Zusammenhang mit den Lockdown-Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie in Kombination mit einer geringen Flexibilität in den Herstellungsprozessen.
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Maßnahmen gegen Engpass bei Brustkrebsmedikamenten
Es gibt Lieferengpässe für den Wirkstoff Tamoxifen. Er wird unter anderem für Krebsmedikamente benötigt. Bis zu 130.000 Frauen und Männer könnten betroffen sein.
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