30. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Niederländer böllern zum letzten Mal

Feuerwerk gehört für viele zum Jahreswechsel wie Sekt und Luftschlangen. Für die Niederländer kann es nun das letzte Mal sein. Doch Einsatzkräfte fürchten eine extra harte Nacht.

In den Niederlanden soll ab 2026/2027 privates Böllern verboten werden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 30. Dezember 2025 um 13:46 Uhr von dpa

Die Niederländer bereiten sich auf die letzte Silvesternacht mit Böllern vor. Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 soll nach einem Parlamentsbeschluss ein Böllerverbot gelten. 

Feuerwehr, Krankenhäuser und Polizei befürchten eine besonders harte Nacht. Der Verkauf von Feuerwerk ist bereits drastisch gestiegen. Die Branche erwartet, dass etwa 20 Prozent mehr verkauft wird als im Vorjahr. 

Import von illegalen Böllern

Auch der Import von illegalen Knallern nimmt nach Berichten der Polizei zu. Diese haben eine ungeheure Sprengkraft, die Polizei vergleicht sie mit Bomben und Granaten. 

In diesem Jahr wurden bis Ende Dezember bereits mehr als 112.000 Kilogramm illegale Feuerwerkskörper beschlagnahmt, wie die Nachrichtenagentur ANP am Dienstag meldete. Im vergangenen Jahr lag die Gesamtmenge demnach noch bei rund 107.000 Kilo, während 2023 rund 79.000 Kilo aus dem Verkehr gezogen wurden. 

Der Verkauf und das Zünden von schweren Böllern ist bereits seit Jahren verboten. Doch Privatleute können sie legal in Belgien und Deutschland kaufen und dann über die Grenze schmuggeln. 

Viel mehr Amputationen

Auch die Zahl schwerer Verletzungen nimmt zu. Von November bis Mitte Dezember hatten nach Angaben der Vereinigung für Handchirurgie bereits mehr als doppelt so viele Kinder und Jugendliche durch explodierende Knaller eine Hand, Finger oder einen Arm verloren als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Grund waren illegale Böller. Bei zehn Jugendlichen mussten ein Arm, eine Hand oder Finger amputiert werden. 2024 waren es vier. 

Professionelle Shows weiter möglich

Im nächsten Jahr bleiben professionelle Feuerwerkshows erlaubt, müssen aber genehmigt werden. Die Mehrheit der Niederländer von 62 Prozent steht hinter dem Verbot, wie eine aktuelle Umfrage des Forschungsinstituts I&O Research zeigte. 

In den vergangenen Jahren waren regelmäßig Polizisten, Feuerwehrleute und Hilfskräfte mit Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Menschen wurden durch Sprengkörper verletzt oder sogar getötet.

Ärzte, Polizei, Kommunen, Tier- und Umweltschützer plädierten jahrelang für ein Verbot, doch im Parlament gab es erst im Frühjahr eine Mehrheit. Aus verwaltungstechnischen Gründen kann das Verbot aber erst im nächsten Jahr umgesetzt werden. Das Parlament muss noch Maßnahmen zur Kontrolle und Kompensierung der Branche verabschieden.


Bildnachweis: © Lars Penning/dpa
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