17. November 2021 / Aus aller Welt

Organisationen: Keine Reserveantibiotika für Tiere

Wenn selbst Reserveantibiotika nicht mehr helfen, kostet das Menscheleben. Nach Schätzungen sterben in der EU jährlich deshalb 33.000 Menschen.

Prominente, Politiker und Organisationen fordern, für Menschen besonders wichtige Antibiotika aus der industriellen Tierhaltung zu verbannen.
Veröffentlicht am 17. November 2021 um 17:22 Uhr von dpa

Prominente, Politiker und Organisationen fordern, für Menschen besonders wichtige Antibiotika aus der industriellen Tierhaltung zu verbannen.

Das geht aus einer Mitteilung anlässlich des Europäischen Antibiotikatags am Donnerstag hervor, die unter anderem vom Arzt Eckart von Hirschhausen, der Grünen-Politikerin und Fernsehköchin Sarah Wiener sowie den Organisationen Greenpeace, Germanwatch, der Deutschen Umwelthilfe und der Verbraucherzentrale Bundesverband mitgetragen wird.

Ziel ist, die Entwicklung von resistenten Erregern zu verhindern. Sogenannte Reserveantibiotika werden üblicherweise bei Infektionskrankheiten verwendet, wenn normale Antibiotika nicht mehr wirken. Diese sollten möglichst selten eingesetzt werden, um ihre Wirksamkeit durch sich entwickelnde Resistenzen nicht zu gefährden. Je mehr ein Antibiotikum eingesetzt wird, desto eher setzen sich resistente Erreger-Subtypen durch. Laut der EU-Kommission sterben jedes Jahr in der EU 33.000 Menschen, weil Antibiotika bei ihnen nicht mehr wirken.

«Das Problem der Antibiotikaresistenzen muss vor allem politisch gelöst werden», betont SPD-Politiker Tiemo Wölken, der den Appell ebenfalls unterstützt. Zuletzt scheiterten die Grünen im Europaparlament daran, strengere Regeln für die Antibiotika-Behandlung von Tieren durchzusetzen. Die Vorschläge hatten Protest beim Verband praktizierender Tierärzte ausgelöst, der eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne startete.


Bildnachweis: © Christin Klose/dpa-tmn
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Segelflugzeug stürzt auf A45 – ein Toter bei Olpe
Aus aller Welt

Beim Absturz eines Segelflugzeugs auf eine Autobahn im Sauerland kommt der Pilot ums Leben. Die Polizei ermittelt, zur Ursache gibt es noch keine Angaben.

weiterlesen...
Malle-Rietberg-Festival wird verschoben
Gartenschaupark Rietberg

Event findet nun am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, statt Rietberg. Das Malle-Rietberg-Festival, das am Vatertag,...

weiterlesen...
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Kreis Gütersloh

Gütersloh. Wie leben Menschen aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder Nordmazedonien im Kreis Gütersloh? Welche...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Stromausfall in Reutlingen - Was wir wissen und was nicht
Aus aller Welt

Nach dem Brand im Umspannwerk bleibt unklar, wann alle Haushalte wieder Strom haben. Auch der Grund für das Feuer ist den Ermittlern noch ein Rätsel. Was bisher bekannt ist - und was noch unklar ist.

weiterlesen...
So will die Bahn für mehr Sicherheit sorgen
Aus aller Welt

Die Zahl von Kameras, Bodycams und Schutzhelmen wird aufgestockt: Die Bahn setzt auf neue Technik und Ausrüstung, um das Sicherheitsgefühl ihrer Beschäftigten und Fahrgäste zu stärken.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Stromausfall in Reutlingen - Was wir wissen und was nicht
Aus aller Welt

Nach dem Brand im Umspannwerk bleibt unklar, wann alle Haushalte wieder Strom haben. Auch der Grund für das Feuer ist den Ermittlern noch ein Rätsel. Was bisher bekannt ist - und was noch unklar ist.

weiterlesen...
So will die Bahn für mehr Sicherheit sorgen
Aus aller Welt

Die Zahl von Kameras, Bodycams und Schutzhelmen wird aufgestockt: Die Bahn setzt auf neue Technik und Ausrüstung, um das Sicherheitsgefühl ihrer Beschäftigten und Fahrgäste zu stärken.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner