8. September 2025 / Aus aller Welt

Britische Prinzen gedenken der Queen - aber getrennt

Prinz Harry und Prinz William erinnern an die verstorbene Queen. Ein Treffen der Brüder bleibt unwahrscheinlich - auch, wenn der eine Royal Hoffnungen hat.

Prinz Harry ist zurück in London.
Veröffentlicht am 8. September 2025 um 20:25 Uhr von Christoph Meyer und Jan Mies, dpa

Der dritte Todestag ihrer königlichen Großmutter brachte die zerstrittenen Prinzen Harry und William zumindest räumlich fast wieder zusammen. Harry, der offiziell wegen einer Wohltätigkeitsveranstaltung nach England gereist ist, legte in einem stillen Moment einen Blumenstrauß am Grab von Queen Elizabeth II., seiner «Granny», auf Schloss Windsor nieder. Nur wenige Kilometer entfernt gedachten William mit Ehefrau Kate der Monarchin.

«Ich kann nicht glauben, dass es schon drei Jahre sind», sagte Thronfolger William der Nachrichtenagentur PA zufolge beim Besuch einer der größten Frauenorganisationen im Vereinigten Königreich, zu der die Queen eine enge Verbindung pflegte. Elizabeth II. war am 8. September 2022 im Alter von 96 Jahren gestorben - das Zerwürfnis zwischen ihrem Enkel Harry und der Familie hatte sie noch ertragen müssen.

Ein Treffen von Harry (40) und William (43) in diesen Tagen schlossen die britischen Medien weitestgehend aus. Das Verhältnis zwischen den einst als unzertrennlich geltenden Brüdern gilt als besonders belastet.

Ob Harry seinen Vater, König Charles III. (76), sehen wird, der zurzeit mit Königin Camilla (78) in der Sommerfrische in Schottland weilt, ist ebenso unklar. Immerhin hatten britische Boulevardmedien vor einigen Wochen von einem Treffen zwischen Vertretern Harrys und des Palasts in London berichtet.

Die Trennung belastet die Königsfamilie

Die beiden haben sich Berichten zufolge seit mehr als eineinhalb Jahren nicht gesehen. Damals war Harry nach der Krebsdiagnose seines Vaters kurzfristig nach London gekommen. Die Begegnung soll aber nur etwa 30 Minuten gedauert haben.

Am Montagabend besuchte Harry, der in einer Woche (am 15. September) seinen 41. Geburtstag feiert, die Veranstaltung einer Organisation, die sich für schwer kranke Kinder einsetzt. Die WellChild-Awards sind eines der Herzensanliegen Harrys, für das er schon seit Jahren Pate steht. Der Nachrichtenagentur PA zufolge sprach Harry mit vielen der Kinder - und machte sogar einen kleinen Witz über Geschwister. Als ihm ein 17-Jähriger von dessen jüngerem Bruder erzählte, fragte Harry demnach: «Macht er dich verrückt?»

Für Dienstag ist Berichten zufolge ein Besuch in Nottingham geplant - alles ohne die nicht mitgereiste Familie. Harry und seine Frau Meghan (44) hatten sich vor gut fünf Jahren aus dem engeren Kreis der Royals verabschiedet und leben mit ihren beiden Kindern Prinz Archie (6) und Prinzessin Lilibet (4) im US-Bundesstaat Kalifornien. 

Als schwer belastet gilt das Verhältnis spätestens, seit Harry und Meghan mit US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey im Jahr 2021 vor laufenden Kameras über ihren Ausstieg sprachen und sich bitter beklagten. Es folgten eine Netflix-Dokuserie und Harrys Autobiografie «Spare» (zu Deutsch: «Reserve»), in der er vor allem gegen seinen Bruder Prinz William (43) und Königin Camilla austeilte. 

Harry wünscht sich eine Aussöhnung

Prinz Harry hatte zuletzt den Wunsch nach einer Aussöhnung geäußert. In einem BBC-Interview nach einer Niederlage vor Gericht um staatlichen Personenschutz bei Besuchen in Großbritannien, der ihm inzwischen nicht mehr automatisch in vollem Umfang zusteht, sagte er: «Ich hätte sehr gerne eine Aussöhnung mit meiner Familie.» 

Er fügte hinzu: «Das Leben ist kostbar. Ich weiß nicht, wie lange mein Vater noch zu leben hat.» Sein Vater spreche aber wegen des Streits um Personenschutz nicht einmal mit ihm.

Mit den wohl gut gemeinten Äußerungen trat Harry jedoch ins Fettnäpfchen. Spekulationen über den Gesundheitszustand des an Krebs erkrankten Monarchen überschlugen sich nach dem Interview. 

So wie es war, wird es wohl nie mehr werden

Ohne den Personenschutz durch die britischen Sicherheitsbehörden möchte Harry seine Familie nicht in seine Heimat mitbringen. Er besuchte das Vereinigte Königreich zuletzt nur noch alleine.

Trotz der Hoffnungen auf eine Aussöhnung offenbarte Harry auch, dass es wohl nie mehr so werden dürfte, wie es einmal gewesen sei: «Natürlich werden mir einige Mitglieder meiner Familie niemals verzeihen, dass ich ein Buch geschrieben habe», sagte er. «Natürlich werden sie mir viele Dinge niemals verzeihen.»


Bildnachweis: © Aaron Chown/PA Wire/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
«Alles wegen einer Fahrkarte»: Urteil nach Tod von Schaffner
Aus aller Welt

Ein Streit um ein Ticket eskaliert - ein Zugbegleiter stirbt. Der Täter soll zehn Jahre ins Gefängnis. Warum der Richterspruch manche fassungslos macht.

weiterlesen...
Schwiegermutter im Fluchtauto? Unterstützung für Politiker
Aus aller Welt

Die Schwiegermutter eines Politikers soll nach den Schüssen in Stade den Fluchtwagen gesteuert haben. Noch ist unklar, wie viel sie wusste. Der Abgeordnete geht offen damit um - und wird bestärkt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bahn-Sicherheitsmann stürzt nach Streit aus fahrendem Zug
Aus aller Welt

Bei einer Ticket-Kontrolle kommt es zum Streit, im Gerangel stürzen ein Sicherheitsmann und ein Fahrgast zu Boden. Dann geht plötzlich während der Fahrt die Zugtür auf - mit lebensgefährlichen Folgen.

weiterlesen...
Nibelungen-Festspiele mit «Die Hunnenkönigin» eröffnet
Aus aller Welt

Kriemhilds Rache auf der Freilichtbühne: Das historische Drama um Verrat und Untergang feiert Premiere am Rhein. Die Musik kommt von einer bekannten Sängerin.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bahn-Sicherheitsmann stürzt nach Streit aus fahrendem Zug
Aus aller Welt

Bei einer Ticket-Kontrolle kommt es zum Streit, im Gerangel stürzen ein Sicherheitsmann und ein Fahrgast zu Boden. Dann geht plötzlich während der Fahrt die Zugtür auf - mit lebensgefährlichen Folgen.

weiterlesen...
Nibelungen-Festspiele mit «Die Hunnenkönigin» eröffnet
Aus aller Welt

Kriemhilds Rache auf der Freilichtbühne: Das historische Drama um Verrat und Untergang feiert Premiere am Rhein. Die Musik kommt von einer bekannten Sängerin.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner