4. August 2021 / Aus aller Welt

Partydroge Lachgas bereitet Müllverbrennern Probleme

In Frankreich hat der Lachgas-Konsum während des Corona-Lockdowns offenbar zugenommen: In der Folge gibt es häufiger Problemen mit leeren Flaschen in den Verbrennungsöfen.
Veröffentlicht am 4. August 2021 um 18:56 Uhr von dpa

Kartuschen und Flaschen des als Partydroge genutzten Lachgases sorgen in französischen Müllverbrennungsanlagen für Probleme.

Immer wieder komme es in den Verbrennungsöfen zu Explosionen, weil nicht komplett entleerte Behälter achtlos mit dem Hausmüll entsorgt werden, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

Für die Reparatur müssten die Öfen heruntergefahren werden, sagten demnach mehrere Betreiber von Müllverbrennungsanlagen. Alleine ein solcher Betriebsstopp schlage mit 50.000 Euro zu Buche, normalerweise werden die Anlagen nur einmal im Jahr für eine mehrwöchige Wartung außer Betrieb genommen.

Schon seit Jahren wird Lachgas als Partydroge missbraucht, die Wirkung hält nur kurz an, die gesundheitlichen Gefahren aber sind enorm. Der chronische Konsum kann zu Nervenschäden und einer Degeneration des Rückenmarks führen, warnen Neurologen. Insbesondere während des Corona-Lockdowns habe in Frankreich offenbar der Lachgas-Konsum zugenommen, schlossen die Müllverbrenner aus den gehäuften Problemen mit leeren Flaschen in den Verbrennungsöfen in dieser Zeit. Dutzende Flaschen wurden auch in den Abfallbergen entdeckt. Abseits der Risiken für die Gesundheit appellierten die Müllverbrenner, die Lachgasbehälter adäquat zu entsorgen.

Wie ein Sprecher vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Berlin sagte, werde auch in Deutschland vermehrt Ballongas und Partygas über den Hausmüll entsorgt und finde so seinen Weg in die Öfen von Müllverbrennungsanlagen. Dort könnten insbesondere große Kanister schlimmstenfalls zu Beschädigungen der Anlagen oder gar kleineren Explosionen führen und möglicherweise das Personal gefährden. Der Verbandssprecher rief dazu auf, entsprechende Gasflaschen über den gelben Sack, die gelbe Tonne oder die Wertstoffhöfe der Kommunen zu entsorgen. Hilfreich wäre demnach auch ein Pfand auf solche Behälter.


Bildnachweis: © Gerard Bottino/Zuma Press/dpa
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