25. November 2022 / Aus aller Welt

Prozess gegen «Kinderzimmer-Dealer» verschoben

Die Ermittler haben inzwischen umfangreiche Unterlagen vorgelegt, die möglicherweise als Beweismittel in Betracht kommen. Daher wurde der Prozessbeginn verschoben.

Bereits 2015 war der «Kinderzimmer-Dealer» zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Er hatte vor Gericht zugegeben, fast eine Tonne Drogen verkauft zu haben.
Veröffentlicht am 25. November 2022 um 11:39 Uhr von dpa

Der Beginn des Prozesses gegen den als «Kinderzimmer-Dealer» bekannt gewordenen Leipziger vor dem Landgericht Leipzig ist verschoben worden. Ermittlungsbehörden hätten weitere umfangreiche Unterlagen vorgelegt, die als Beweismittel in Betracht kämen, erklärte das Gericht am Freitag.

Gemeinsam mit vier weiteren Angeklagten soll der heute 27-Jährige einen Online-Handel für Betäubungsmittel betrieben haben. Der Prozessbeginn war ursprünglich für den 2. Dezember geplant.

Die Hauptverhandlung solle nun am 11. Januar eröffnet werden, hieß es. Die neu vorgelegten Unterlagen seien bislang weder dem Gericht noch den Verfahrensbeteiligten bekannt gewesen. Um ein faires Verfahren gewährleisten zu können, sollen sie bis zum neuen Beginn der Verhandlungen gesichtet und geprüft werden. Alle weiteren bis Ende März geplanten Verhandlungstermine blieben bestehen. Den fünf Männern im Alter zwischen 24 und 42 Jahren wird vorgeworfen, von April 2019 bis Januar 2021 unter anderem 16,5 Kilogramm Amphetamin, 2,5 Kilogramm Haschisch, zwei Kilogramm einer Partydroge, 500 Gramm Metamphetamin und 350 Gramm Kokain in und außerhalb von Deutschland verkauft zu haben.

Bereits 2015 war der «Kinderzimmer-Dealer» zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, nachdem er zugegeben hatte, über seine Online-Drogenbörse fast eine Tonne Drogen verkauft zu haben. Seine Drogengeschäfte, die er aus dem heimischen Kinderzimmer in Leipzig getätigt hatte, dienten als Grundlage für die Netflix-Serie «How to Sell Drugs Online (Fast)». Die erste Staffel erschien im Mai 2019.


Bildnachweis: © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa
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