27. April 2022 / Aus aller Welt

Prozess-Start um Plastik-Luftröhren gegen Ex-Chirurgen

Die erste Transplantation wurde zunächst als Erfolg gewertet. Doch auch nachdem fast alle Patienten starben, machte der frühere Chirurg weiter. Nun steht er in Stockholm vor Gericht.

Eine Gerichtszeichnung zeigt den Angeklagten (3.v.l) zusammen mit seinem Anwalt Bjorn Hurtigin (l).
Veröffentlicht am 27. April 2022 um 15:13 Uhr von dpa

In Schweden hat ein Gerichtsprozess gegen einen früheren Chirurgen wegen schwerer Körperverletzung begonnen. Der ehemals beim Stockholmer Karolinska-Universitätskrankenhaus angestellte Mediziner muss sich jetzt vor dem Bezirksgericht Solna verantworten. 

Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, drei Menschen schwere körperliche Schäden und schweres Leid zugefügt zu haben, indem ihnen in Schweden künstliche Luftröhren eingesetzt worden waren. Alle drei sind verstorben.

Die Eingriffe widersprachen laut Anklage völlig der Wissenschaft. Der Prozess gegen den Mann wird voraussichtlich bis zum 23. Mai dauern. Er streitet ein Fehlverhalten ab.

Der Skandal rund um die Eingriffe des bekannten Chirurgen dauert bereits seit über einem Jahrzehnt an. Dem Rundfunksender SVT zufolge sind insgesamt sieben Patienten gestorben, nachdem ihnen Plastik-Luftröhren eingesetzt worden waren.

Der Mediziner hatte 2011 eine erste bemerkenswerte Transplantation im Karolinska-Krankenhaus durchgeführt: Einem Krebspatienten war damals eine künstliche, mit Stammzellen bedeckte Luftröhre implantiert worden. Zunächst wurde der Eingriff als Erfolg gewertet, doch später stellte sich heraus, dass der Patient unter verschiedenen Komplikationen litt. Er starb daraufhin.

Bis 2013 nahm der Chirurg nach SVT-Angaben insgesamt acht solcher Transplantationen vor, drei in Schweden und fünf weitere in Russland und den USA. Sieben der Patienten starben, der achte lebt noch, nachdem ihm die künstliche Luftröhre wieder entfernt worden war.


Bildnachweis: © Anders Humlebo/TT News Agency/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

14-Jähriger angeschossen - 20-Jähriger mit Stichverletzungen
Aus aller Welt

Spätabends schießen Maskierte in Hamburg auf einen 14-Jährigen. Die Polizei findet einen zweiten Verletzten, aber keinen Tatverdächtigen. Ist ein Streit eskaliert?

weiterlesen...
Hurrikan «Polo» rückt an: Mexiko schließt Häfen und Schulen
Aus aller Welt

Der starke Wirbelsturm bewegt sich sehr langsam im Pazifik voran. In den kommenden Tagen soll «Polo» Starkregen nach Mexiko bringen. Die Behörden befürchten Überschwemmungen und Erdrutsche.

weiterlesen...
FAS NRW feiert 25 Jahre Suchtselbsthilfe im NRW-Landtag
Aktuell

Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum des FAS NRW. Im Mittelpunkt standen mehr Teilhabe, Akzeptanz und die Mitgestaltung der Suchthilfe.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schweres Erdbeben in Panama - Entwarnung bei Tsunami-Gefahr
Aus aller Welt

Nach schweren Erdbeben in Venezuela und Kolumbien wird nun auch Panama erschüttert. Gebäude werden beschädigt, eine Tsunami-Warnung für neun Länder löst Sorge aus - Stunden später folgt Entwarnung.

weiterlesen...
Panama hebt Tsunami-Warnung nach schweren Erdbeben auf
Aus aller Welt

Ein schweres Erdbeben erschüttert Panama, Gebäude werden beschädigt und Dutzende Nachbeben registriert. Eine befürchtete Tsunami-Gefahr an den Pazifikküsten mehrerer Länder ist inzwischen vorüber.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schweres Erdbeben in Panama - Entwarnung bei Tsunami-Gefahr
Aus aller Welt

Nach schweren Erdbeben in Venezuela und Kolumbien wird nun auch Panama erschüttert. Gebäude werden beschädigt, eine Tsunami-Warnung für neun Länder löst Sorge aus - Stunden später folgt Entwarnung.

weiterlesen...
Panama hebt Tsunami-Warnung nach schweren Erdbeben auf
Aus aller Welt

Ein schweres Erdbeben erschüttert Panama, Gebäude werden beschädigt und Dutzende Nachbeben registriert. Eine befürchtete Tsunami-Gefahr an den Pazifikküsten mehrerer Länder ist inzwischen vorüber.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner