30. November 2024 / Aus aller Welt

«Die Halbstarken»: Filmstar Karin Baal gestorben

Der Film «Die Halbstarken» machte sie in den 50ern berühmt: Karin Baal war eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands. Sie galt manchen als deutsche Bardot und spielte auch unter Fassbinder.

Karin Baal ist gestorben. (Archivfoto)
Veröffentlicht am 30. November 2024 um 10:14 Uhr von dpa

Der Film «Die Halbstarken» machte sie schon in jungen Jahren zur Legende: Die Schauspielerin Karin Baal ist tot. Sie sei am Dienstag im Alter von 84 Jahren in Berlin gestorben, teilten ihre Kinder der Deutschen Presse-Agentur mit. «Sie hat eine Generation geprägt und wird unvergessen bleiben. Sie reißt ein riesiges Loch - nicht nur in unserer Familie, sondern in Berlin und ganz Deutschland», sagten Therese Lohner und Thomas Baal, die Kinder der Schauspielerin, am Samstag.

Baal war in den 50er Jahren mit «Die Halbstarken» bekanntgeworden. Der Schwarz-Weiß-Film erzählt von mehreren jungen Menschen im Berlin der Nachkriegszeit, von ihren Lebensumständen und kriminellen Machenschaften.

Als deutsche Antwort auf Brigitte Bardot gefeiert

Als Baal für den Film engagiert wurde, war sie selbst noch ein Teenager. Geboren wurde sie 1940 in Berlin, später begann sie eine Ausbildung zur Modezeichnerin. Unter Hunderten Bewerberinnen wurde sie schließlich für «Die Halbstarken» engagiert, in dem auch Horst Buchholz mitspielte. Baal übernahm die weibliche Hauptrolle der Sissy.

Der Film wurde ein Klassiker des deutschen Nachkriegskinos - und Baal später als deutsche Antwort auf Brigitte Bardot gefeiert.

Auftritte in Edgar-Wallace-Filmen und in «Berlin Alexanderplatz»

Danach war sie in etlichen Filmen und Serien zu sehen. Dazu gehören «Das Mädchen Rosemarie», «Wir Kellerkinder» und «Die junge Sünderin». 

Sie spielte auch in Edgar-Wallace-Filmen mit und in Rainer Werner Fassbinders «Berlin Alexanderplatz». Rollen hatte sie auch in Serien wie «Liebling Kreuzberg» und «Schwarzwaldklinik». Auch in TV-Krimis - etwa im «Tatort» - war sie öfter zu sehen.

Im Jahr 2018 wurde Baal für ihr Lebenswerk mit dem erstmals verliehenen Götz-George-Preis geehrt. Die Götz George Stiftung würdigte Baal damals als «großartige Schauspielerin und bewundernswerte Frau». Sie öffne sich schonungslos und mit berührender Hingabe ihren Figuren und mache dadurch auch feinste Nuancen ihrer großen Gefühlsskala sichtbar, hieß es damals.

Schauspielerin lebte bis zuletzt in Berlin

Auf Bildern aus den vergangenen Jahren sah man Baal im Rollstuhl. Aber auch wenn sie im hohen Alter immer wieder über einen Umzug etwa zur Tochter nach Wien nachdachte, lebte die Schauspielerin bis zuletzt in Berlin, wie ihre Tochter Therese Lohner sagte. «Sie hat Berlin zu sehr geliebt und wollte unbedingt in ihrem geliebten Charlottenburg bleiben.»


Bildnachweis: © Bodo Marks/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Aus aller Welt

Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.

weiterlesen...
«Alles wegen einer Fahrkarte»: Urteil nach Tod von Schaffner
Aus aller Welt

Ein Streit um ein Ticket eskaliert - ein Zugbegleiter stirbt. Der Täter soll zehn Jahre ins Gefängnis. Warum der Richterspruch manche fassungslos macht.

weiterlesen...
Schwiegermutter im Fluchtauto? Unterstützung für Politiker
Aus aller Welt

Die Schwiegermutter eines Politikers soll nach den Schüssen in Stade den Fluchtwagen gesteuert haben. Noch ist unklar, wie viel sie wusste. Der Abgeordnete geht offen damit um - und wird bestärkt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mindestens fünf Tote nach Erdbeben in Peru
Aus aller Welt

Ein Erdbeben erschüttert das zentrale Hochland Perus und richtet schwere Schäden an. Dutzende Häuser werden zerstört. Auch Todesopfer werden gemeldet.

weiterlesen...
Attacke bei Kontrolle – Bahnmitarbeiter kämpft ums Überleben
Aus aller Welt

Ein Bahnmitarbeiter wird von einem Fahrgast derart heftig attackiert, dass er aus einem 120 km/h schnellen Zug stürzt. Der mutmaßliche Täter ist auf freiem Fuß.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens fünf Tote nach Erdbeben in Peru
Aus aller Welt

Ein Erdbeben erschüttert das zentrale Hochland Perus und richtet schwere Schäden an. Dutzende Häuser werden zerstört. Auch Todesopfer werden gemeldet.

weiterlesen...
Attacke bei Kontrolle – Bahnmitarbeiter kämpft ums Überleben
Aus aller Welt

Ein Bahnmitarbeiter wird von einem Fahrgast derart heftig attackiert, dass er aus einem 120 km/h schnellen Zug stürzt. Der mutmaßliche Täter ist auf freiem Fuß.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner