10. Oktober 2025 / Aus aller Welt

Österreich: Rebellische Nonnen schalten Justiz ein

Seit Wochen besetzen drei betagte Ordensschwestern ein ehemaliges Kloster nahe der bayerischen Grenze. Mit Hilfe eines Anwalts kämpfen sie für ihre Eigenständigkeit.

Streit um das Kloster Goldenstein nahe der bayerischen Grenze. (Archivbild)
Veröffentlicht am 10. Oktober 2025 um 21:19 Uhr von dpa

Der Streit um die Besetzung eines österreichischen Klostergebäudes durch drei betagte Nonnen spitzt sich zu. Die Ordensschwestern fordern neue strafrechtliche Untersuchungen gegen ihren kirchlichen Kontrahenten, wie aus einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Salzburg hervorgeht. 

Weil sie nicht länger in dem Altersheim leben wollten, das ihnen ein Stiftsleiter zugewiesen hatte, hatten sich die Nonnen Anfang September Zutritt zu ihren ehemaligen, leerstehenden Kloster-Räumen im Schloss Goldenstein bei Salzburg verschafft. Seitdem wohnen die zwischen 80 und 86 Jahre alten Frauen dort.

Juristische Schritte gegen Stiftsleiter

Die Staatsanwaltschaft solle unter anderem die «rechtswidrige» Umsiedlung der Nonnen aus dem Kloster in das Heim sowie den Verbleib von Hunderttausenden Euro an Bankguthaben untersuchen, heißt es in dem Anwaltsschreiben, das einer Anzeige entspricht.

Das Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, richtet sich vor allem gegen den für die Nonnen zuständigen Stiftsleiter Markus Grasl. Frühere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Grasl, die der Anwalt ins Rollen gebracht hatte, waren im Mai eingestellt worden.

Gegenseite wirft Nonnen Feindseligkeit vor

Grasls Sprecher kommentierte die nun vorgebrachten Vorwürfe nicht. Das Schreiben liege ihm noch nicht vor, sagte er der dpa. Er hielt aber fest, dass der juristische Schritt «nicht eine Einigung unterstützt, sondern ein feindseliger Akt ist, den man so nicht setzt, wenn man eine Lösung will.»

Stiftsleiter Grasl hatte die Nonnen in den vergangenen Wochen vergeblich aufgefordert, wieder in das Altersheim zurückzukehren, wo sie seiner Meinung nach aufgrund ihres Gesundheitszustandes leben sollten.


Bildnachweis: © Chris Hofer/FRANZ NEUMAYR/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

14-Jähriger angeschossen - 20-Jähriger mit Stichverletzungen
Aus aller Welt

Spätabends schießen Maskierte in Hamburg auf einen 14-Jährigen. Die Polizei findet einen zweiten Verletzten, aber keinen Tatverdächtigen. Ist ein Streit eskaliert?

weiterlesen...
Hurrikan «Polo» rückt an: Mexiko schließt Häfen und Schulen
Aus aller Welt

Der starke Wirbelsturm bewegt sich sehr langsam im Pazifik voran. In den kommenden Tagen soll «Polo» Starkregen nach Mexiko bringen. Die Behörden befürchten Überschwemmungen und Erdrutsche.

weiterlesen...
FAS NRW feiert 25 Jahre Suchtselbsthilfe im NRW-Landtag
Aktuell

Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum des FAS NRW. Im Mittelpunkt standen mehr Teilhabe, Akzeptanz und die Mitgestaltung der Suchthilfe.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Aus aller Welt

Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.

weiterlesen...
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Aus aller Welt

Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Aus aller Welt

Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.

weiterlesen...
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Aus aller Welt

Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner