29. Januar 2022 / Aus aller Welt

Sturm an der Küste und im Harz erwartet

Meteorologen warnen vor Sturm und Orkanböen - die Nacht zum Sonntag wird für viele Menschen im Norden Deutschlands ungemütlich.

Eine Schneefräse der Harzer Schmalspurbahn räumt bei nebligem Wetter den Schnee aus den Gleisen auf dem Brocken.
Veröffentlicht am 29. Januar 2022 um 21:54 Uhr von dpa

Die Menschen in Deutschlands Norden stehen vor einer stürmischen Nacht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor Sturm bis hin zu Orkanböen an der Küste und in der Nordosthälfte des Landes.

«Der Höhepunkt des Sturms wird in der kommenden Nacht zum Sonntag erwartet», sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. Wie der DWD mitteilte, verstärken sich die Winde vielerorts in Niedersachsen im Laufe des Abends und können an den Küsten Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometer pro Stunde erreichen. Vereinzelt seien in Schleswig-Holstein und an exponierten Abschnitten der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern auch Orkanböen der Windstärke zwölf mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat seine Sturmflut-Warnung verschärft. Für die deutsche Nordseeküste bestehe nun die Gefahr einer schweren Sturmflut, teilte das BSH mit. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet könnten 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr erreicht werden.

Fährverbindungen sind unterbrochen

Auch für Ost- und Nordfriesland bestehe den Angaben nach eine Warnung vor einer schweren Sturmflut. Auf der Ostsee fallen mehrere Fähren zwischen Rostock und Gedser auf der dänischen Insel Falster aus. Wie die Reederei Scandlines mitteilte, sind Verbindungen ab Samstag um 15.45 Uhr bis Sonntag um 9.00 Uhr betroffen. Der reguläre Fahrplan solle am Sonntag mit den Fahrten jeweils ab Rostock und Gedser um 11.15 Uhr wieder aufgenommen werden. Laut Scandlines können Kunden die Fähren von Puttgarden nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland nutzen.

Auch auf dem Brocken im Harz rechnet der DWD mit schweren Sturmböen bis 100 Stundenkilometer - bis Sonntagnachmittag sind auf dem 1141 hohen Gipfel auch Orkanböen möglich. Für die Brockenbahn ist daher am Bahnhof Schierke Endstation. Die Züge fahren nicht bis zum Brockenbahnhof weiter, teilten die Harzer Schmalspurbahnen mit. Auch für Sonntag werden Störungen erwartet. Der DWD gab auch eine Unwetterwarnung für den Erzgebirgskreis in Sachsen heraus. Auf dem 1215 Meter hohen Fichtelberg könnte es in der Nacht zum Sonntag Orkanböen geben.

Die Berliner und Brandenburger müssen sich ebenfalls auf ein stürmisches Wochenende einstellen. Am Samstagabend sollte es vermehrt zu stürmischen Böen, in der Uckermark sogar vereinzelt zu orkanartigen Böen kommen. In der Nacht zum Sonntag sei mit schweren Sturmböen zu rechnen, warnte der DWD. Auch in Nordrhein-Westfalen erwarten die Menschen Regen, Schneeschauer und teils stürmische Böen.

Laut DWD lässt der Wind am Sonntag im Tagesverlauf nach, der Tag verlaufe dann überwiegend recht freundlich – bei Höchsttemperaturen zwischen vier und acht Grad. «In der Nacht zum Montag und am Montag droht dann neues Ungemach», so der Meteorologe. Ein Tief sorge für Regen und Schnee oberhalb von 200 bis 400 Metern im ganzen Land. Dazu wehe vor allem im Westen und Südwesten stürmischer Wind. Das wechselhafte und sehr windige Wetter ändere sich auch in den kommenden Tagen nicht.


Bildnachweis: © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa
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