17. Mai 2024 / Aus aller Welt

Tickets zu Wucherpreisen weiterverkauft - Haftstrafe

Die britischen Medien haben sie die «Ticket Queen» genannt. Viele Millionen Pfund hat sie mit ihrer Masche verdient. Der Richter spricht von «Gier».

Der Manager und der Promoter von Superstar Ed Sheeran haben in dem Verfahren ausgesagt.
Veröffentlicht am 17. Mai 2024 um 17:20 Uhr von dpa

Mit Dutzenden Identitäten erwarb sie Tickets für Konzerte prominenter Künstler wie Ed Sheeran - und verkaufte sie mit großem Gewinn auf Zweitplattformen weiter. Deswegen ist eine Frau in England zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Allein zwischen 2015 und 2017 verkaufte die «Ticket-Queen», wie britische Medien sie nannten, Eintrittskarten für mehr als 6,5 Millionen Pfund (aktuell 7,6 Mio Euro) weiter.

Das Unternehmen der 54-Jährigen kaufte in diesem Zeitraum 47.000 Tickets mithilfe von 127 Namen und 187 verschiedenen E-Mail-Adressen. Bei einer Razzia fanden Beamte weitere Tickets im Wert von mehreren Hunderttausend Pfund.

«Sie haben ausschließlich aus Profit-Maximierung und aus Gier gehandelt», sagte der Richter, wie die Nachrichtenagentur PA aus dem Gerichtssaal in der Stadt Leeds meldete. «Ihr Ziel war es, Kunden so viel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen.»

Die Frau und ihre Helfer nutzten unter anderem die Identitäten eines zehnjährigen Kindes und eines verstorbenen Verwandten, um Tickets zu kaufen. Studierende und andere junge Leute hätten sie dazu gebracht, in ihrem Auftrag Karten über Verkaufsplattformen zu erwerben.

Manager und der Promoter von Ed Sheeran sagen aus

Auch der Manager und der Promoter von Musikstar Ed Sheeran sagten im Verfahren aus, wie sie versucht hatten, den Wiederverkauf für die Großbritannien-Tour 2018 zu inflationär erhöhten Preisen zu verhindern. «Das heutige Urteil ist eine gute Nachricht für Live-Musikfans, die allzu oft von gierigen Ticketverkäufern betrogen und ausgebeutet werden», sagte Promoter Stuart Galbraith.

Ein Mitarbeiter der 54-Jährigen muss für zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis, ihr Mann und ihre Schwester erhielten ebenfalls wegen Beihilfe Bewährungsstrafen.


Bildnachweis: © Joel C Ryan/AP/dpa
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