31. August 2023 / Aus aller Welt

Unesco: Weltnaturerbestätten entscheidend für Artenschutz

Sie gelten als letzte Rückzugsorte für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Doch auch die Welterbestätten sind zunehmend bedroht - durch Klimawandel, Wilderei und vorrückende Landwirtschaft.

Ein einjähriges Berggorillababy hängt kopfüber an einem Ast im Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks im Südwesten von Uganda.
Veröffentlicht am 31. August 2023 um 10:37 Uhr von dpa

Die mehr als 200 Weltnaturerbestätten rund um den Globus sind der UN-Kulturorganisation Unesco zufolge essenziell für den Schutz der Biodiversität. «Wir können die Welterbestätten heute als quasi letztes Bollwerk gegen das Aussterben betrachten», sagte Lazare Eloundou Assomo, Leiter des Welterbezentrums der in Paris ansässigen Unesco.

Einer am Donnerstag erschienen Studie der Kulturorganisation und der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge beherbergen die Weltnaturerbestätten etwa ein Fünftel der weltweit verzeichneten Spezies, obwohl sie nur ein Prozent der Erdoberfläche ausmachten.

Ein Komitee der Unesco entscheidet darüber, welche Gebiete als Weltnaturerbe gelistet werden. In Deutschland gibt es drei solcher Stätten, unter anderem die Fossillagerstätte Grube Messel in Hessen und das Wattenmeer.

Letzte Rückzugsorte

«Die Welterbestätten, die die Biodiversität betreffen, gelten ein bisschen als letzte Rückzugsorte für all diese Arten», sagte Eloundou Assomo. Dem Bericht zufolge befinden sich in den Stätten mehr als 75.000 Pflanzenarten und mehr als 30.000 Tierarten. Auch einige der bedrohtesten Spezies leben in den geschützten Gebieten, die meisten davon Pflanzen, doch unter den gut 20.000 gefährdeten Arten sind in den Stätten auch Java-Nashörner, Berggorillas und Kalifornische Schweinswale. Etwa ein Drittel der verbleibenden Elefanten, Tiger und Pandas lebe in den Welterbestätten, bei Giraffen, Löwen, Nashörnern und Menschenaffen sei es eines von zehn Tieren.

Unesco und IUCN warnen aber auch: Die Welterbestätten gerieten durch den Klimawandel sowie Wilderei, dem Ausbau der Landwirtschaft und der übermäßigen Ausbeutung von Ressourcen unter Druck. Um die Schutzwirkung der Gebiete für die Biodiversität zu wahren, müssten Länder sie in ihren nationalen Aktionsplänen zum Artenschutz berücksichtigen. Die Welterbestätten sollten eine Priorität in diesen Strategien sein, forderte Eloundou Assomo.

Für die Analyse haben IUCN und Unesco neben den mehr als 200 Weltnaturerbestätten auch etwa 20 Prozent der Weltkulturerbestätten berücksichtigt, denen eine Rolle für den Artenschutz zugeschrieben wurde - etwa als Kulturerbe gelistete Nationalparks.


Bildnachweis: © Uncredited/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rückruf von Dattel-Kugeln ausgeweitet
Aus aller Welt

Betroffen ist ein Artikel des Hamburger Snackunternehmens Foodloose. Kunden sollten vom Verzehr absehen, wenn die Verpackung eine bestimmte Chargennummer trägt.

weiterlesen...
Osterfeuer für das „Abenteuer Alpen“ – Die KjG Neuenkirchen lädt ein!
Stadt Rietberg

Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken

weiterlesen...
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Aus aller Welt

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Unternehmen: «Hipp ist Opfer einer Erpressung»
Aus aller Welt

Erpressung mit Rattengift in Babynahrung - und in Österreich wird noch ein Glas gesucht. Die Polizei warnt Eltern vor auffälligen Gläsern. Was Hipp und die Behörden nun unternehmen.

weiterlesen...
Wal-Drama: Backhaus will die Nacht vor Ort auf Boot bleiben
Aus aller Welt

Am Abend hat sich der Wal zeitweilig im flachen Wasser bewegt. Schafft er es aus der Kirchsee-Bucht der Insel Poel heraus? Der Landesumweltminister will mit Nachtsichtgerät vor Ort bleiben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Unternehmen: «Hipp ist Opfer einer Erpressung»
Aus aller Welt

Erpressung mit Rattengift in Babynahrung - und in Österreich wird noch ein Glas gesucht. Die Polizei warnt Eltern vor auffälligen Gläsern. Was Hipp und die Behörden nun unternehmen.

weiterlesen...
Wal-Drama: Backhaus will die Nacht vor Ort auf Boot bleiben
Aus aller Welt

Am Abend hat sich der Wal zeitweilig im flachen Wasser bewegt. Schafft er es aus der Kirchsee-Bucht der Insel Poel heraus? Der Landesumweltminister will mit Nachtsichtgerät vor Ort bleiben.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner