17. Mai 2024 / Aus aller Welt

Verband: Klima gegen queere Menschen deutlich verschärft

Der Tag gegen Homophobie rückt die Lage von Menschen in den Mittelpunkt, die zum Beispiel wegen ihrer sexuellen Orientierung Anfeindungen ausgesetzt sind. Verbände sind besorgt und warnen.

«Das gesellschaftliche Klima gegen queere Menschen hat sich im letzten Jahr nochmal deutlich verschärft», sagt Mara Geri vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands.
Veröffentlicht am 17. Mai 2024 um 06:01 Uhr von dpa

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen sehen sich nach Einschätzung ihrer Interessenverbände zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. «Das gesellschaftliche Klima gegen queere Menschen hat sich im letzten Jahr nochmal deutlich verschärft», sagte Mara Geri vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands zum Tag gegen Homophobie der Deutschen Presse-Agentur.

Schon seit Jahren steige die Zahl der Übergriffe. Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr fort, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Demnach stieg die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung deutlich. Die offizielle Statistik dazu will Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am nächsten Dienstag vorlegen.

2022 wurden laut dem Ministerium bundesweit 1005 Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen registriert. Darunter seien 227 Gewalttaten gewesen. 2023 seien die Fallzahlen in den Kategorien «Frauenfeindlich», «Sexuelle Orientierung» und «geschlechtsbezogene Diversität» im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, hieß es nun aus Kreisen.

«Wir beobachten mit großer Sorge die Zunahme an queerfeindlichen Übergriffen», sagte Geri dazu. Es gebe vor allem rechtsextreme Stimmungsmache. «Durch Dämonisierung von LSBTIQ* und gezielte Desinformation sollen Hass und Hetze wieder salonfähig werden - und aus diesen Worten werden Taten», sagte Geri. LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender.

Hohe Dunkelziffer befürchtet

Der Verband geht bei der Zahl der Vorfälle von einer großen Dunkelziffer aus, «weil die eindeutige Feststellung eines queerfeindlichen Motivs schwierig ist und Betroffene aus Scham oder Misstrauen gegenüber der Polizei Straftaten teilweise nicht melden». Ähnlich sieht es der Bundesverband Trans* e.V.. «Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs.» Von zivilgesellschaftlicher Seite gebe es kein vergleichbares flächendeckendes Monitoring, das Gewaltfälle bundesweit registriere.

Der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie geht auf den 17. Mai 1990 zurück: Damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Osterfeuer für das „Abenteuer Alpen“ – Die KjG Neuenkirchen lädt ein!
Stadt Rietberg

Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken

weiterlesen...
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Aus aller Welt

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.

weiterlesen...
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wohnen im Alter: Kostenfreie Tipps der AWO
Stadt Rietberg

Beratung zu Umbauten und Förderung Rietberg. Über Alltagshilfen, Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen zum Wohnen mit...

weiterlesen...
Stromsteuer runter – aber wann? Handwerk wartet auf echte Entlastung
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Die Koalition hat erste Maßnahmen gegen die hohen Energiekosten beschlossen. Doch aus Sicht des Handwerks greifen sie...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Geplante Tat? Ermittlungen nach Angriff an türkischer Schule
Aus aller Welt

Die Behörden ermitteln nach den Schüssen in einer türkischen Schule und stoßen auf dem Computer des Achtklässlers auf Hinweise. Auch soziale Medien geraten in den Fokus.

weiterlesen...
Rettungsaktion für Wal hat begonnen
Aus aller Welt

Der bei Wismar gestrandete Buckelwal ist noch am Leben, aber schwer krank. Sechs Helfer haben sich im ersten Schritt eines privaten Rettungsversuchs zu ihm begeben.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner