22. April 2026 / Aus aller Welt

Vierter Toter nach Unglück in Lederfabrik

In einer Lederfabrik im hessischen Runkel kommt es zu einem schweren Arbeitsunfall. Ein vierter Mann ist nun an seinen Verletzungen gestorben. Die Ermittlungen zur Ursache gehen weiter.

Drei Leichen wurden schon in der Nacht des Unglücks abtransportiert. (Archivbild)
Veröffentlicht am 22. April 2026 um 16:35 Uhr von dpa

Nach dem Unglück in einer Lederfabrik im hessischen Runkel ist ein vierter Mensch tot. Der 35-Jährige war nach dem Arbeitsunfall am vergangenen Donnerstag in ein Krankenhaus gebracht worden, starb dort aber an seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen zur Unglücksursache liefen weiter.

Drei Mitarbeiter des Betriebs im Alter von 38, 58 und 59 Jahren waren tot in einer Auffanggrube der Lederfabrik gefunden worden. Zwei Männer wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen gerettet, darunter ein weiterer Beschäftigter der Lederfabrik sowie ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Um welchen der beiden es sich bei dem 35-jährigen Toten handelt, war zunächst unklar.

Die Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es in der Grube zu einer tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung gekommen war. Die Mitarbeiter stiegen demnach wohl nacheinander in die Grube und verunglückten dort. Der genaue Unfallhergang und der Grund, warum sich die Männer in der Grube aufhielten, sind weiter unklar. Am Dienstagabend waren drei Leichen rechtsmedizinisch untersucht worden, die Ergebnisse sind noch nicht bekannt.

Der Arbeitsunfall auf dem Gelände einer Lederfabrik am vergangenen Donnerstag hatte für Trauer und Entsetzen in dem 9.500-Einwohner-Städtchen Runkel gesorgt. Am Freitagabend beteten zahlreiche Menschen in einem Trauergottesdienst für die Toten und Verletzten.

Da in dem betroffenen Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet wird, mussten die Einsatzkräfte, die unmittelbar mit den verletzten Personen in Kontakt standen, dekontaminiert und vorsorglich einem Arzt vorgestellt werden. Davon waren etwa 45 bis 50 Einsatzkräfte betroffen.


Bildnachweis: © Sascha Ditscher/dpa
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