7. Juni 2022 / Aus aller Welt

Von Polizeikugeln getroffen - Ermittlungen gegen drei Beamte

Drei Polizisten schießen in Wuppertal auf einen bewaffneten Mann und verletzen ihn dabei schwer. Erst heißt es, er habe neben einem Messer auch eine Pistole dabei gehabt. Doch nun gibt es Zweifel.

Kriminaltechniker untersuchen einen Tatort, an dem die Polizei einen bewaffneten Mann angeschossen hat.
Veröffentlicht am 7. Juni 2022 um 17:38 Uhr von dpa

Nach dem Schusswaffeneinsatz in Wuppertal (NRW) am Pfingstsonntag wird gegen drei Polizeibeamte ermittelt. Alle drei sollen bei einem Einsatz gegen einen Mann, der mit einem Messer in der Innenstadt unterwegs war, ihre Dienstwaffen abgefeuert haben.

Der Mann war von mehreren Kugeln getroffen und schwer verletzt worden. Dass er neben einem Messer auch eine Pistole dabei hatte, wollte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht mehr bestätigen. Es würden mehrere Gegenstände untersucht, die der Mann bei sich gehabt habe.

In einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Sonntag hatte es noch geheißen, der Mann habe eine Pistole gezogen und auf die Beamten gezielt. Daraufhin hätten diese geschossen. Gegen die Beamten, zwei Polizistinnen und einen Polizist sei inzwischen ein Verfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet worden.

Zeugen sollen der Polizei am Sonntag mitgeteilt haben, dass ein mit einem Messer bewaffneter Mann in der Innenstadt Fußgänger bedrohe. Weil er nicht auf Ansprachen der Einsatzkräfte reagierte, hätten die Beamten zunächst Pfefferspray eingesetzt. Der Mann habe das Messer aber weiterhin nicht abgelegt, sondern sei weitergegangen, hatte es am Sonntag geheißen. Kurz darauf habe er sich auf eine Bank gesetzt und damit gedroht, die Beamten und sich selbst mit dem Messer zu verletzen.

Der Mann sei inzwischen operiert worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Es habe sich um ein «dynamisches Geschehen» gehandelt, dass nun untersucht werde. Die Ermittlungen werden aus Neutralitätsgründen vom Polizeipräsidium Hagen geführt.


Bildnachweis: © David Young/dpa
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