10. September 2021 / Aus aller Welt

Walross betreibt Insel-Hopping - jetzt auf Spiekeroog

Am Dienstag hat der Besuch eines Walrosses auf der Nordsee-Insel Baltrum Aufsehen erregt. Nun hat der Arktisbewohner auf einer anderen ostfriesischen Insel Station gemacht.

Ein Walross erkundet die ostfriesischen Inseln.
Veröffentlicht am 10. September 2021 um 13:43 Uhr von dpa

Die kürzlich gesichtete Walross-Dame erkundet weiter das niedersächsische Wattenmeer. Nachdem sie am Dienstag Baltrum besucht hatte, ruhte sich das massige Tier am Freitag auf der Kaimauer im Hafen der etwa 22 Kilometer von Baltrum entfernten Insel Spiekeroog aus.

Walrosse sind eigentlich Arktisbewohner. Ein privater Fotograf hatte auf Facebook auf den tierischen Besucher aufmerksam gemacht. «Es sind viele Schaulustige, unter anderem Tagestouristen, vor Ort», sagte ein Sprecher der Inselverwaltung von Spiekeroog am Freitag.

Auf Facebook kritisierten einige Nutzer die Schaulustigen und schrieben, dass dem Tier geholfen werden müsse. Nach Einschätzung der Meeressäuger-Expertin Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover kann sich ein Walross jedoch relativ lange in der südlichen Nordsee aufhalten, ohne dass es Nachteile hat. Voraussetzung sei, dass es genügend Nahrung findet, sagte die Professorin. Walrosse fressen hauptsächlich Muscheln aber auch Würmer, Schnecken, Fisch und Krabben. Das Tier habe zwar Hautabschürfungen an den Flossen, wirkte aber bisher gesundheitlich nicht beeinträchtigt.

Walrosse leben eigentlich rund um den Nordpol. Im Vergleich zu den in der Nordsee heimischen Seehunden und Kegelrobben, sind sie größer, schwerer und haben Stoßzähne. Das Weibchen, das gerade rund um die ostfriesischen Inseln unterwegs ist, war wohl zuvor in Dänemark unterwegs. Das letzte Walross in Deutschland wurde nach Angaben der Seehundstation Norddeich 1988 auf Juist und Sylt gesichtet.


Bildnachweis: © -/Patrick Kösters/dpa
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