Die laut Guinness-Buch der Rekorde älteste Turnerin der Welt, Johanna Quaas, feiert ihren 100. Geburtstag - und empfängt Gäste und Gratulanten in ihrer Wohnung in Halle mit Kaffee, Gebäck und vielen Erinnerungen. «Ich bin froh, dass ich immer noch so mitmischen kann», sagt das Geburtstagskind im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das Guinness-Buch hatte Quaas 2013 aufgenommen. «Hannchen», wie sie von all ihren Freunden genannt wird, geht mittlerweile nicht mehr an den Barren und Wettkämpfe turnt sie schon seit 2018 nicht mehr. «Turnen sieht im Alter einfach nicht mehr schön aus», findet Quaas, deren Augen bis heute strahlen, wenn sie von ihrem Sport spricht. Für ihr Alter ist Quaas ziemlich fit – keine Frage. Doch allmählich lässt ihr Gedächtnis nach und auch für besonders fitte Menschen wie sie wird der Alltag mit zunehmendem Alter beschwerlicher. Bewegung war und ist auch heute noch wichtig für sie – und peilt am Geburtstagstisch direkt ein neues Ziel an: «110 ist das neue 100», sagt sie laut und lacht. Statt des Barrens ist heute das Balkongeländer ihr Turngerät. Einmal am Tag macht die Seniorin daran Liegestütze. «Damit wenigstens ein bisschen was von meinen Muskeln bleibt», sagt sie. Die 16 Treppenstufen zu ihrer Wohnung forderten sie außerdem fast jeden Tag heraus, erzählt ihre Tochter, die sich gemeinsam mit ihren Schwestern um ihre «Mutti» kümmert. Quaas wurde 1925 in Hohenmölsen bei Weißenfels – nicht weit von Halle – geboren. Anfang der Sechzigerjahre heiratete Quaas den Turner Gerhard Quaas. In den Jahren darauf kamen ihre Töchter Petra, Martina und Kathrin zur Welt. Danach, mit 56 Jahren, begann dann ihre Turnkarriere. Sie wurde zu einer der besten Breitensportlerinnen der DDR, gewann unter anderem mehrfach das Turnfest. Mit über 90 Jahren machte Quaas einen Fallschirmsprung, reiste mit Herholz durch Amerika und Asien, modelte und behielt dabei immer ihre Heimat und den turnerischen Nachwuchs im Blick. Lange unterrichtetet sie Kinder, Jugendliche und Senioren. Ist es nur Bewegung, die dabei hilft, dass man irgendwann auf ein so langes Leben zurückschauen kann? Nein, sagt Quaas. «Wichtig ist, dass man alles in Maßen macht», sagt sie. Süßigkeiten, Alkohol - eigentlich einfach alles. «Das ist wichtig, das habe ich immer gemacht.»Quaas: «110 ist das neue 100»
Mit 56 ins Turnen gestartet
Bildnachweis: © Heiko Rebsch/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Weltweit älteste Turnerin Johanna Quaas wird 100 Jahre alt
Bewegen und gesellig sein: Für die «Turn-Oma» aus Halle ist das das Geheimnis für ein langes Leben. Im Kreise ihrer Liebsten kann sie nun auf zehn Jahrzehnte zurückschauen.
Meistgelesene Artikel
- 23. Mai 2026
Segelflugzeug stürzt auf A45 – ein Toter bei Olpe
Beim Absturz eines Segelflugzeugs auf eine Autobahn im Sauerland kommt der Pilot ums Leben. Die Polizei ermittelt, zur Ursache gibt es noch keine Angaben.
- 12. Mai 2026
Malle-Rietberg-Festival wird verschoben
Event findet nun am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, statt Rietberg. Das Malle-Rietberg-Festival, das am Vatertag,...
- 22. Mai 2026
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Gütersloh. Wie leben Menschen aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder Nordmazedonien im Kreis Gütersloh? Welche...
Neueste Artikel
- 6. Juni 2026
Umwelthilfe übt Müllkritik an Musikfestivals
Weniger Einweg, mehr grüne Lösungen: Warum die DUH bei Großfestivals wie Rock am Ring auf konsequente Mülltrennung und nachhaltige Toiletten pocht.
Immer mehr Menschen entdecken die Freikörperkultur (FKK) in Deutschland neu. Auf Campingplätzen, Sportplätzen oder Wanderwegen wächst das Interesse, auch bei Jüngeren.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 6. Juni 2026
Umwelthilfe übt Müllkritik an Musikfestivals
Weniger Einweg, mehr grüne Lösungen: Warum die DUH bei Großfestivals wie Rock am Ring auf konsequente Mülltrennung und nachhaltige Toiletten pocht.
Immer mehr Menschen entdecken die Freikörperkultur (FKK) in Deutschland neu. Auf Campingplätzen, Sportplätzen oder Wanderwegen wächst das Interesse, auch bei Jüngeren.





