China hat nach Angaben eines Beraterstabs der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis heute wichtige Informationen zum Ursprung des Coronavirus Sars-CoV-2 nicht geteilt. Deshalb sei es weiter nicht möglich, zu sagen, wie das Virus sich mit so verheerenden Konsequenzen unter Menschen verbreiten konnte, berichtete die Vorsitzende des Rates, Marietjie Venter von der Universität Witwatersrand in Südafrika. Die US-Regierung unter Donald Trump und andere äußern immer wieder die Vermutung, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sein könnte. Dort waren Ende 2019 die ersten Fälle von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 bekanntgeworden. Von dort breitete sich das gefährliche Virus auf der ganzen Welt aus. Bei Geheimdienstberichten, die diese Theorie offenbar untermauerten, handele es sich oft um politische Meinungen, nicht wissenschaftliche Erkenntnisse, sagte Venter. Unter anderem hatte der US-Geheimdienst CIA diese Theorie Ende Januar wieder genährt. Nach Angaben von Venter ist es wegen der mangelnden chinesischen Kooperation weiterhin nicht möglich, die Theorie zu bestätigen oder zu verwerfen, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan entwich, das sich mit Coronaviren beschäftigte. Dem WHO-Beraterstab (Sago) gehören 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Sie beschäftigen sich seit 2021 mit der Frage des Ursprungs des Virus. Vier Mitglieder des Rates wollten nicht als Autoren des neuen Berichts aufgeführt werden: Es waren je ein Vertreter Chinas, Russlands, Kambodschas und Brasiliens. Zu den Autoren gehört der deutsche Virologe Christian Drosten aus Berlin, ebenso wie eine Professorin der US-Universität Emory, Inger Damon. Sago habe alle Studien ebenso wie Geheimdiensterkenntnisse verarbeitet und auch mit chinesischen Experten gesprochen, sagte Venter. Die meisten Studien gingen davon aus, dass das Virus aus der Tierwelt auf die Menschen übergesprungen ist. Ob das auf einem Markt in Wuhan passierte oder anderswo, sei bis jetzt nicht vollständig geklärt. Für eine absichtliche Kreation und Freisetzung des Virus gebe es keine wissenschaftlichen Anzeichen. Das Coronavirus hatte sich Anfang 2020 von Wuhan aus in der ganzen Welt verbreitet und eine verheerende Pandemie ausgelöst. Nach WHO-Angaben starben mindestens 20 Millionen Menschen weltweit und Millionen leben bis heute mit den Folgen (Long Covid). Noch immer stecken sich Menschen mit neuen Varianten des Virus an.Geheimdienstberichte oft politische Meinungen
Mitarbeiter distanzieren sich
Die verheerende Pandemie
Bildnachweis: © Daniel Reinhardt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
WHO-Rat: China mauert - Ursprung des Coronavirus unklar
Ist das Coronavirus aus einem Labor entwichen? Oder absichtlich freigesetzt worden? Oder vom Tier auf den Menschen übergesprungen? Ein WHO-Wissenschaftsrat äußert sich.
Meistgelesene Artikel
Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 19. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
Neueste Artikel
- 19. August 2026
Unwetter-Datenbank: Schäden durch Tornado in Fürstenwalde
Die Europäische Unwetter-Datenbank listet einen Tornado in Fürstenwalde. Welche Schäden es gibt.
- 19. August 2026
Feuer im Hohen Venn eingekesselt – Evakuierung aufgehoben
Rund 3.000 Hektar Natur sind zerstört, doch in Monschau ist die Evakuierung im Ortsteil Kalterherberg beendet. Die Bewohner dürfen zurück. Und der Regen spielt der Feuerwehr in die Karten.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 19. August 2026
Unwetter-Datenbank: Schäden durch Tornado in Fürstenwalde
Die Europäische Unwetter-Datenbank listet einen Tornado in Fürstenwalde. Welche Schäden es gibt.
- 19. August 2026
Feuer im Hohen Venn eingekesselt – Evakuierung aufgehoben
Rund 3.000 Hektar Natur sind zerstört, doch in Monschau ist die Evakuierung im Ortsteil Kalterherberg beendet. Die Bewohner dürfen zurück. Und der Regen spielt der Feuerwehr in die Karten.





