Gewinne! Gewinne! Gewinne! Erst gegen Corona geimpft werden, dann losfliegen. So versucht man in einigen amerikanischen Bundesstaaten die Menschen zu motivieren, sich piksen zu lassen. Unternehmen verlosen Flüge oder Tickets für den nächsten Super Bowl. Es gibt Gutscheine, etwa für Restaurants oder Museen. Die Erfolge dieser Strategie sind indes: durchwachsen. Mit steigender Impfquote beginnt nun auch hierzulande die Diskussion darüber, wie man die erreicht, die die Impfung nicht per se ablehnen, aber aus verschiedenen Gründen zögern. Vor rund einem Monat sagten beim jüngsten Impfquoten-Monitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) noch etwa zwei Drittel der ungeimpften Erwachsenen, sich «auf jeden Fall» oder «eher» impfen lassen zu wollen. Dort müsse man ansetzen, sagt Nora Katharina Schmid-Küpke. Die Expertin für Gesundheitskommunikation ist federführend am RKI-Impfquoten-Monitoring beteiligt. «Wichtig ist, den Menschen zu verdeutlichen, wie wichtig die eigene Impfung für die Gemeinschaft ist.» Nach dem Motto: Wenn du dich impfen lässt, sinkt das Risiko für alle. Am besten funktioniere die Kommunikation über Multiplikatoren, die einen direkten Draht zu bestimmten Gruppen haben. «Da besteht ein ganz anderes Vertrauen, als wenn sich dort eine fremde Fachperson hinsetzt und Fragen beantwortet», so Schmid-Küpke. Die Wissenschaftlerin betont, wie wichtig Gespräche mit vertrauenswürdigen Personen generell für die Impfbereitschaft seien. Die Hausärztinnen und -ärzte und deren Rat hätten einen besonderen Stellenwert. «Trotzdem darf man die nicht vergessen, die keinen Zugang zu einem Hausarzt haben», sagt Schmid-Küpke. Man müsse sich fragen, was Hürden sein können - und diese beseitigen. Ist die Terminbuchung schwierig? Gibt es sprachliche Barrieren? Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, plädiert ebenfalls für «möglichst geringe praktische Impfhindernisse». «Wenig Aufwand hilft enorm. Das wissen wir bereits von anderen Impfungen. Kurze Wege sind zum Beispiel sehr hilfreich», sagt auch Ökonomin Nora Szech. Die Professorin für politische Ökonomie am Karlsruher Institut für Technologie untersucht, wie sich die Impfbereitschaft steigern lässt. Ihre Studien ergaben, dass neben niedrigen Hürden Kompensationen zusätzlich helfen. Sprich: Geld, als eine Art Aufwandsentschädigung. Das dürfe jedoch nicht zu wenig sein. «10 Euro können abwertend wirken, ein dreistelliger Betrag sollte es schon sein», erklärt die Wissenschaftlerin. Diesen sollten dann - auch rückwirkend - alle geimpften Menschen bekommen. Auch aus psychologischer Sicht können Anreize wie Geld oder Gutscheine förderlich sein. Damit könne man diejenigen motivieren, die keinen Sinn darin sehen, sich impfen zu lassen, so die Professorin für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin Sonia Lippke von der Jacobs Universität Bremen jüngst im «Deutschlandfunk Kultur». Sie sieht aber auch eine gewisse Gefahr: dass die Motivation beim nächsten Mal fehlt, wenn es kein Geld oder Gutscheine gibt. Doch falls es kritisch werde, man bei den jetzigen Werten stagniere, «dann sollten wir das auf jeden Fall nutzen, dass gerade bestimmte Bevölkerungsgruppen sich durch so etwas motivieren lassen», sagte Lippke im Interview. Die Bundesregierung will unterdessen die Werbung fürs Impfen forcieren. Das Gesundheitsministerium will dafür die bestehende Impfkampagne «lauter stellen», wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. So sollten unter anderem TV- und Radiospots an jene gerichtet sein, die über eine zweite Impfung oder über eine Impfung generell nachdenken.Wie erreicht man die Zögernden?
Geldzahlungen könnten helfen
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Wie erreicht man die Zögerlichen und Impf-Unwilligen?
Finanzielle Anreize, damit sich Menschen impfen lassen? Eine Expertin sagt: ja. Allerdings sei die Höhe des Geldbetrags entscheidend. Welche Maßnahmen Zögernde überzeugen können.
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