Die Staatsanwaltschaft München II hat nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen die Ermittlungen auf eine vierte Person ausgeweitet. Damit werde nun gegen vier Mitarbeiter der Deutschen Bahn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem vierten Beschuldigten handele es sich um einen Fahrdienstleiter. Damit sind nun zwei Fahrdienstleiter im Visier der Ermittler. Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am 3. Juni entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region starben. 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht. Das Ermittlungsverfahren bedeute nicht, dass die Beschuldigten tatsächlich Mitschuld treffe und Anklage erhoben werde. Es könne auch zu einer Einstellung des Verfahrens kommen, erläuterte die Anklagebehörde. Die Strecke sei weitgehend für die Instandsetzung freigegeben, nur an einem Teilstück fänden noch Begutachtungen statt. Eine Sonderkommission «Zug» arbeitet weiter auf Hochtouren an der Aufklärung der Unglücksursache. «Die Soko wird noch etliche Zeit arbeiten», sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. Es werde «eher Monate als Wochen» dauern, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien. Zahlreiche Zeugen seien zu vernehmen. «Es ist eine sehr große Anzahl von Personen, die befragt und vernommen werden müssen», sagte Sonntag. «Wir wollen mit jedem sprechen, der in dem Zug saß, und wir wollen auch mit vielen weiteren Personen sprechen, die uns weiterhelfen können, die mit dem Bahn in Verbindung stehen.» An den Untersuchungen ist die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) beteiligt. Diese hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, der Fokus der Untersuchung liege bei den Fahrzeugen sowie bei der Infrastruktur. Vieles spricht Experten zufolge dafür, dass Probleme am Gleiskörper für den Unfall zumindest mitverantwortlich waren. Auf der Strecke rollen auch zwei Monate nach dem Unglück noch keine Züge. Wann der Betrieb wieder starten kann, ist offen. Die Bahn machte dazu bisher keine Angaben. Rund um die Unfallstelle müssen 700 Meter Schienen sowie 500 Schwellen erneuert werden. Zudem sind neue Oberleitungen nötig. Auch müssen drei Masten erneuert werden, die teils von umstürzenden Waggons umgerissen wurden und die nun neue Betonfundamente brauchen.Ermittlungen werden noch Monate dauern
Bildnachweis: © Angelika Warmuth/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Zugunglück in Garmisch: Ermittlungen gegen vier Personen
Es war eines der schwersten Zugunglücke in Deutschland: Fünf Menschen starben, als Anfang Juni ein Regionalzug bei Garmisch-Partenkirchen entgleiste. Fast zwei Monate später wird noch immer nach der genauen Ursache gesucht.
Meistgelesene Artikel
- 26. Juni 2026
Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen
Ein Höhepunkt der Hitzewelle ist erreicht: Der Wetterdienst hat vorläufig die bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen. Doch der Rekord könnte schnell überholt sein.
Ein Streit um ein Ticket eskaliert - ein Zugbegleiter stirbt. Der Täter soll zehn Jahre ins Gefängnis. Warum der Richterspruch manche fassungslos macht.
Die Schwiegermutter eines Politikers soll nach den Schüssen in Stade den Fluchtwagen gesteuert haben. Noch ist unklar, wie viel sie wusste. Der Abgeordnete geht offen damit um - und wird bestärkt.
Neueste Artikel
In Hamburg wird eine Jugendliche in ihrer Jugendgruppe vermisst. Schließlich findet die Polizei sie tot in der Wohnung der Mutter. Sie wird festgenommen. Noch sind viele Fragen offen.
- 12. Juli 2026
Zwei Tote bei Flugzeugabsturz in Österreich
Tödlicher Sonntagsflug: Zwei Menschen sterben in einem Bergwald. Eine Jugendliche und ein Mann können verletzt, aber lebend geborgen werden. Der Einsatz läuft unter schwierigen Bedingungen ab.
Weitere Artikel derselben Kategorie
In Hamburg wird eine Jugendliche in ihrer Jugendgruppe vermisst. Schließlich findet die Polizei sie tot in der Wohnung der Mutter. Sie wird festgenommen. Noch sind viele Fragen offen.
- 12. Juli 2026
Zwei Tote bei Flugzeugabsturz in Österreich
Tödlicher Sonntagsflug: Zwei Menschen sterben in einem Bergwald. Eine Jugendliche und ein Mann können verletzt, aber lebend geborgen werden. Der Einsatz läuft unter schwierigen Bedingungen ab.





