28. April 2025 / Kreis Gütersloh

Gleichstellungsbeauftragte feiern 30-jähriges Bestehen

Gütersloh. Brötchentütenaktionen, Selbstbehauptungskurse für Frauen und die Anonyme Spurensicherung – mit...

Veröffentlicht am 28. April 2025 um 08:46 Uhr von Lena Baron

Gütersloh. Brötchentütenaktionen, Selbstbehauptungskurse für Frauen und die Anonyme Spurensicherung – mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstel-lungsbeauftragten im Kreis Gütersloh die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. In diesem Jahr feiert die Arbeitsgemeinschaft ihr 30-jähriges Bestehen unter dem Motto ‚Gemeinsam für Gleichstellung‘. Kreisweit gibt es zwölf Gleichstellungsbeauftragte aus unterschiedlichen Berufsgruppen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern stark machen. Diese Mischung sowie der Austausch untereinander ermöglichen es, verschiedene Themen mit dem nötigen Fachwissen abzudecken.

In allen gesellschaftlichen Bereichen einer Kommune werden wichtige Voraussetzungen für die tatsächliche Umsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern geschaffen. Dabei wird – auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – immer deutlicher: Die Gleichstellung von Frau und Mann entscheidet wesentlich über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. „Wenn wir es schaffen, dass Frauen und Männer zuhause sowie am Arbeitsplatz gleichberechtigt miteinander umgehen, können wir alle Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für uns nutzen. Frauen dürfen in Führungspositionen keine Exotinnen sein, Familie und Beruf müssen für Frauen und Männer miteinander vereinbar sein“, erläutert Sabine Heethey, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Verl. „Darüber hinaus profitieren alle gleichermaßen von einem Arbeitsklima, das auf Chancengleichheit setzt und Rahmenbedingungen schafft, die Arbeit und Familie vereinbaren lassen.“

Der Blick auf Gleichstellung hat sich im Laufe der Jahre verändert. Anfangs standen die Frauen im Fokus, dies zeigte auch die damalige Bezeichnung ‚Frauenbeauftragte‘. Heute ist die Berufsbezeichnung ‚Gleichstellungsbeauftragte‘ und im Vordergrund steht die Chancengerechtigkeit der Geschlechter. Auch wenn hierzu eine positive Entwicklung in vielen Lebensbereichen zu erkennen ist, bleiben manche Themen auch nach 30 Jahren akut wie zum Beispiel die mangelnde Wertschätzung von Pflege und Sorgearbeit. „Wir sind uns einig, dass die Fürsorge für andere Menschen die Basis unseres Lebens ist. Dementsprechend sollten Menschen, die Fürsorgearbeit leisten, wertgeschätzt werden. Wir müssen sicherstellen, dass unbezahlte Haus- und Sorgearbeit nicht zu Altersarmut führt“, so Nora Breuer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werther (Westf.). „Es sind überwiegend Frauen, die den größten Teil sowohl der bezahlten als auch der unbezahlten Fürsorgearbeiten übernehmen und dafür immense finanzielle Einschränkungen hinnehmen.“

Immer wieder im Fokus steht vor allem das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen im häuslichen Umfeld sowie in Form von sexualisierter Gewalt. Hier sind sich die Gleichstellungsbeauftragten einig, dass sie am Ball bleiben müssen, um für ein friedliches Miteinander zu sorgen. Dafür sind verschiedene Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen geplant.

Auch kommende Entwicklungen nehmen die Gleichstellungsbeauftragten in den Blick. Dazu zählen unter anderem auch die Veränderungen, die durch die Verwendung von Künstlicher Intelligenz entstehen. Diese sollten so gesteuert werden, dass bestehende Benachteiligungen nicht verfestigt werden. Stattdessen sollen Frauen und Männer diese Veränderungen, die uns sowohl beruflich als auch privat betreffen, mitgestalten.

Gleichstellung ist eine Querschnittsaufgabe, die strategische Beschlüsse und Vorgehensweisen benötigt, um eine Verbindlichkeit herzustellen. „Die Gleichstellungsstellen im Kreisgebiet sind unterschiedlich ausgestattet. Ein angemessenes Stellenvolumen, eine angemessene Eingruppierung, ein angemessenes Budget und eine Stellvertretungsregelung sind für eine gelingende Gleichstellung von Frauen und Männern in den Kommunen unerlässlich“, fordert Angela Wüllner, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Gütersloh. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind das Grundgesetz (Artikel 3, Absatz 2), das Landesgleichstellungsgesetz NRW sowie die Kreis- oder Gemeindeordnung.

Im Kreis engagieren sich zwölf Gleichstellungsbeauftragte:

Angela Wüllner, Kreis Gütersloh
Inge Trame, Stadt Gütersloh
Sandra Werner, Stadt Halle (Westf.)
Marina Schomburg, Stadt Harsewinkel
Christina Gertheinrich, Gemeinde Herzebrock-Clarholz
Khia Sluka, Stadt Rheda-Wiedenbrück
Andrea Buhl, Stadt Rietberg
Barbara Fleiter, Stadt Schloß Holte-Stukenbrock
Bettina Ruks, Gemeinde Steinhagen
Sabine Heethey, Stadt Verl
Ulrike Brunneke, Stadt Versmold
Nora Breuer, Stadt Werther (Westf.)

Weitere Informationen zur Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten gibt es unter www.pia-online.eu

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen: Feiern das 30-jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft: (v.l.) Barbara Fleiter (Schloß Holte-Stukenbrock), Marina Schomburg (Harsewinkel), Nora Breuer (Werther), Inge Trame (Gütersloh), Sandra Werner (Halle), Angela Wüllner (Kreis Gütersloh), Sabine Heethey (Verl) und Bettina Ruks (Steinhagen).

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