Gütersloh. Das Büro oder die Wohnung erreichen, auch wenn diese nicht vom ÖPNV erschlossen sind, ist bald auch ohne eigenes Auto möglich. Mit dem Linien-E-Carsharing können Bürgerinnen und Bürger in den Städten Borgholzhausen und Halle (Westf.) auf definierten Liniennetzen Carsharing nutzen – mit gültigem Ticket ist das für ÖPNV-Nutzer kostenfrei. So können Personen zum Beispiel erst den Zug oder Bus nutzen, dann das letzte Stück mit dem Auto zurücklegen und dies an einer definierten Haltestelle abstellen. Das interkommunale Projekt soll am 1. Juli dieses Jahres an den Start ge-hen und ist zunächst bis zum 30. Juni 2027 befristet. Der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) sowie die beiden Kommunen sind Projektpartner. Der Kreis Gütersloh wird die Projektträgerschaft übernehmen und wickelt stellvertretend für den VVOWL und die beiden Kommunen das Förderprojekt ab. Das beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Mobilität in ihrer Sitzung am Dienstag, 28. Januar. Final wird darüber im Kreisausschuss am 17. Februar abgestimmt.
In der Stadt Borgholzhausen wird das Linien-E-Carsharing bereits seit 2022 erprobt. Nun soll das Angebot auch kommunenübergreifend in der Stadt Halle (Westf.) umgesetzt werden. Profitieren sollen davon in Zukunft unter anderem Berufspendler, Bewohner in den Siedlungen sowie die Betriebe. Mit dem Anschluss an den ÖPNV wird das Wohnen im ländlichen Raum attraktiver, der Verzicht auf ein Zweit- oder Drittauto fällt leichter und leistet darüber hinaus noch einen Beitrag zur Umwelt. Das Projekt ist so gestaltet, dass sich weitere Kommunen beteiligen können.
Um möglichst viele Personen über das interkommunale Angebot zu informieren, sind verschiedene Wege der Öffentlichkeitsarbeit geplant. In erster Linie soll in den Mobilitäts-Apps und bei Infoveranstaltungen in den zwei Kommunen informiert werden. Darüber hinaus wird Werbematerial wie Flyer vor Ort verteilt.
Für die Gesamtlaufzeit des Projekts sind mit Kosten in Höhe von 272.000 Euro gerechnet. Die Einnahmen des Carsharings durch Nicht-ÖPNV-Nutzer – für die das Angebot nicht kostenfrei ist – sind in der Summe bereits berücksichtigt. Um einen Großteil der Kosten zu decken, hat sich der Kreis Gütersloh im Rahmen der Lokalen Aktionsgruppe GT8 für eine LEADER-Förderung beworben. Bei einer Zusage würde sich der Förderanteil auf 65 Prozent belaufen und damit 177.000 Euro betragen. Übrig bliebe noch ein Eigenanteil von 35 Prozent in Höhe von 95.000 Euro. Die Eigenmittel werden zwischen den Projektpartnern – der VVOWL sowie die Städte Borgholzhausen und Halle (Westf.) – aufgeteilt.
Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)






