Ein Zahn ist stark beschädigt, eine Lücke soll versorgt werden oder der bisherige Zahnersatz sitzt nicht mehr wie gewünscht. Dann stellen sich viele Fragen: Lässt sich der eigene Zahn erhalten? Welche Versorgung kommt infrage? Wie läuft die Behandlung ab und was kostet sie? Dr. Ursula Koch von zahn · doc in Rietberg erklärt im Interview, warum die Entscheidung mit einem Gespräch beginnt und welche Fragen Du dabei stellen kannst.
Erst zuhören, dann über die Versorgung sprechen
Für Dr. Koch gehören Zahnmedizin und persönlicher Kontakt zusammen. An ihrem Beruf schätzt sie, mit medizinischem Wissen und handwerklicher Arbeit unmittelbar helfen zu können. Zugleich möchte sie wissen, was einen Menschen beschäftigt. „Die Menschen sollen sich bei uns gesehen und verstanden fühlen“, sagt sie.
Mit zahn · doc hat sie sich 2025 den Wunsch nach einer eigenen Praxis erfüllt. Im Rüenbrink 22 ist daraus ein Ort mit hellen Räumen und warmen Farben geworden. Diese Atmosphäre ist bewusst gewählt: Wer zum ersten Mal kommt, soll nicht nur einen Behandlungsstuhl sehen, sondern ankommen können. Den Schritt nach Rietberg verbindet die Zahnärztin auch mit dem offenen, persönlichen Miteinander im Ort.
Was sie sich für die Behandlung wünscht, formuliert sie so: „Mir ist wichtig, zuzuhören, verständlich zu erklären und gemeinsam die beste Lösung zu finden.“ Gerade bei Zahnersatz ist das entscheidend. Denn eine Empfehlung muss zur medizinischen Ausgangslage ebenso passen wie zu den Erwartungen und zum Alltag eines Menschen.
Zahnersatz bedeutet nicht immer, dass ein Zahn fehlt
Auch eine Krone auf einem noch vorhandenen Zahn zählt zum Zahnersatz. Sie kann einen stark geschädigten oder geschwächten Zahn stabilisieren und erhalten. Eine Brücke ersetzt dagegen einen oder mehrere fehlende Zähne und wird von tragenden Zähnen oder Implantaten gestützt. Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen beispielsweise Kronen, Brücken oder Prothesen befestigt werden können. Hinzu kommen herausnehmbare Teil- und Vollprothesen. Eine verständliche Übersicht bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Implantologie und implantatgetragener Zahnersatz gehören zu Dr. Kochs Schwerpunkten. Trotzdem ist ein Implantat für sie keine automatische Antwort auf jede Zahnlücke. Zunächst schaut sie auf die gesamte Situation und darauf, ob andere Lösungen besser passen. Den Erhalt eigener Zähne stellt sie dabei in den Vordergrund.
Diese Fragen helfen im Beratungsgespräch
Welche Versorgung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Zustand der Zähne, der Mundgesundheit, den persönlichen Wünschen und den Kosten ab. Für Dein Beratungsgespräch kannst Du diese Fragen mitnehmen:
- Lässt sich mein eigener Zahn erhalten, und welche Möglichkeiten gibt es dafür?
- Warum empfehlen Sie diese Versorgung, und welche Vor- und Nachteile sowie Risiken haben die Alternativen?
- Wie viele Termine und gegebenenfalls welche Heilungszeiten muss ich einplanen?
- Wie werde ich während der Behandlung versorgt?
- Welche Kosten entstehen insgesamt, und wie setzt sich mein Eigenanteil zusammen?
- Welche Pflege und welche Kontrollen brauche ich später?
Wenn ein Implantat infrage kommt: Wie die Planung abläuft
Nach dem ersten Gespräch folgen Untersuchung und individuelle Planung. Die Praxis nutzt digitale Diagnostik und bei geeigneten Implantatbehandlungen eine schablonenbasierte, navigierte Implantation: Die Position wird am Computer dreidimensional geplant, eine Führungsschablone unterstützt die Umsetzung. Welche Technik benötigt wird, richtet sich nach dem jeweiligen Fall.
Dr. Koch beschreibt den Weg als mehrere aufeinander abgestimmte Schritte: Beratung und Planung, Einsetzen des Implantats, Einheilung und die abschließende Versorgung mit Zahnersatz. Einen festen Zeitplan für alle gibt es dabei nicht. Wer vor einem Eingriff steht, sollte sich die Dauer, die einzelnen Termine und mögliche Risiken für die eigene Situation erklären lassen.
Kosten sollten vor der Entscheidung verständlich sein
Eine pauschale Summe nennt die Zahnärztin bewusst nicht. Die Kosten hängen unter anderem von der Zahl der Implantate, der Ausgangssituation und der geplanten Versorgung ab. Vor Beginn erstellt die Praxis einen ausführlichen Behandlungs- und Kostenplan. Dr. Koch möchte, dass Patientinnen und Patienten die Positionen nachvollziehen können und Zeit für Rückfragen haben. Der Plan ist damit auch eine Grundlage, um die Entscheidung in Ruhe abzuwägen.
Auch Sorgen gehören ins Beratungsgespräch
Fragen nach Schmerzen, dem Eingriff oder der Heilung begegnen Dr. Koch häufig. Ihr Ansatz ist, die Sorge ernst zu nehmen und die Schritte ruhig zu erklären. Wer Angst hat, sollte das deshalb früh ansprechen. Die Nachsorge gehört ebenfalls zur Planung: Die Praxis bespricht, wie die Versorgung gepflegt wird und welche Kontrollen individuell sinnvoll sind.
Eine Praxis für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen
Der Schwerpunkt auf Implantaten ist nur ein Teil des Praxisalltags. Das Team begleitet auch Kinder bei den ersten Besuchen, kümmert sich um Prophylaxe und behandelt unter anderem Füllungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats. An Empfang, Behandlungsstuhl und in der Prophylaxe übernehmen die Mitarbeitenden Verantwortung. Für Dr. Koch gehören Herzlichkeit und Teamgeist ausdrücklich dazu. Und die kleinen Gäste lernen „Fräulein Müller“ kennen, das Einhorn und Praxismaskottchen.
Neue Patientinnen und Patienten sind nach Auskunft der Praxis willkommen. Termine gibt es telefonisch unter 05244 7039167 oder über die Praxiswebsite. Für den ersten Besuch bittet das Team darum, etwa 15 Minuten vorher da zu sein. Dann können Anamnese und Datenschutzunterlagen am iPad ausgefüllt werden. Die Räume sind barrierefrei; Parkplätze und Fahrradstellplätze stehen an der Praxis bereit. Die Bildergalerie gibt Dir einen Einblick in das Team und die Räume.
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Dieser Beitrag entstand auf Grundlage eines Interviews mit Dr. Ursula Koch. Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, wird in der persönlichen zahnärztlichen Beratung geklärt.



















