„Es war eine der schwersten Naturkatastrophen Deutschlands, der Starkregen nach Tief Bernd im Sommer 2021. Regenmengen mit mehr als 150 Litern Regen pro Quadratmeter sorgten für verheerende Überschwemmungen im Westen der Republik. „Das führte zu einem großen Engagement des DRK im Kreis Gütersloh in den Flutgebieten. Am 14. Juli startete eine Folge von Einsätzen, die noch in Teilen bis zu Jahresende andauern sollten. Die Einsatzorte lagen in Hagen und im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen, sowie im Ahrtal in Rheinland-Pfalz“, erinnert sich Kreisrotkreuzb eauftragter Jürgen Strathaus.
Und weiß noch genau: „Zusammengefasst absolvierten wir mit unseren Fachdiensten in der Gefahrenwehr insgesamt 14 Einsätze zu Abwehr der Auswirkung des Sturmtiefs. Dabei sind insgesamt 3.312 ehrenamtliche Einsatzstunden entstanden. Das DRK im Kreis Gütersloh setzte bei der Naturkatastrophe 154 ehrenamtliche Einsatzkräfte und 47 Einsatzfahrzeuge ein. Viele Aktive waren dabei mehrfach im Einsatz.“
Helfer Peter Werz: „Was ich nie vergessen werde, waren dieses Chaos und diese Zerstörung, dazu die Traumatisierung und Paralysiertheit der Menschen vor Ort, es sah aus wie im Krieg.“
Jannik Rolf ergänzt: „Eigentlich sind wir zur Absicherung der Einsatzkräfte ausgerückt, dann aber haben wir die Bevölkerung medizinisch und notfallseelsorgerisch begleitet. Keiner von uns hat gezögert, genau für solche Fälle sind wir ausgebildet und haben die Ausrüstung. Die ersten Eindrücke waren die der kompletten Zerstörung durch Naturgewalten. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hingucken soll, alles hat ausgesehen wie man es noch nie erlebt hat.“
Der erste Alarm führte am 14. Juli mit dem Stichwort „Hochwasser-Einsatz“ im Rahmen der überörtlichen Hilfe in die Stadt Hagen. Das DRK im Kreis Gütersloh war mit dem Patiententransportzug 10 des Kreises Gütersloh angefordert mit 6 Rettungs- und Krankenwegen des DRK in Hagen verschiedene von Überflutung bedrohte Krankenhäuser und Altenpflegeheim zu räumen. Der Patiententransportzug war noch nicht in den Kreis zurückgekehrt, da folgte am späten Abend die nächste Alarmierung. Zur Unterstützung der Feuerwehren der Bezirksbereitschaft aus den Kreisen Gütersloh und Lippe rückten Teile der Einsatzeinheit-NRW Gütersloh des DRK mit dem Logistikzug der Feuerwehr in den Kreis Euskirchen aus.
„Vor Ort eingetroffen stellten wir einen weiten Ausfall der Infrastruktur fest. Unter erschwerten Bedingungen kombinierten wir die Versorgung und Verpflegung von mehr als 150 Einsatzkräfte über gut fünf Tage sicher. Immer wieder wurde unser eigentlicher Aufgabenbereich unterbrochen, um adhoc zusammen mit der Feuerwehr Menschenleben zu retten und der Bevölkerung in den schwierigen ersten Tagen nach der Katastrophe Hilfe zu leisten. In der Einsatzzeit wurden einmal das ganze Personal von DRK und Feuerwehr ausgetauscht, sowie Lebensmittel von Gütersloh in das Einsatzgebiet nach Euskirchen gebracht“, so Strathaus.
Viele Personen galten bei der Unwetterkatastrophe im Sommer 2021 als vermisst und Familien suchten nach Angehörigen, Freunden und Verwandte. Zu Unterstützung der Personenauskunft in den betroffenen Regionen richtete das Land NRW deren Personenauskunftsstelle-NRW am Institut der Feuerwehr in Münster ein. Zweimal wirkten ehrenamtliche Mitglieder des DRK im Kreis Gütersloh in der Personenauskunftsstelle-NRW mit.
Noch bevor die Soforthilfe-Phase in den Hochwassergebieten zu Ende war, waren ehrenamtlich Einsatzkräfte immer wieder dorthin angefordert, um Hilfsgütertransporte zu begleiten oder selbst durchzuführen oder in Stäben und Einsatzleitungen vor Ort tätig zu werden. Im August 2021 fuhren ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte erneut zum Einsatz in die Hochwassergebiete. Aus den Rotkreuzgemeinschaften Rheda-Wiedenbrück und Schloß Holte-Stukenbrock waren Ehrenamtliche ab dem Verpflegungsplatz in Ahrweiler eingesetzt, die Bevölkerung zu versorgen.





