1. März 2023 / Aus aller Welt

Frankreich trifft Sofortmaßnahmen wegen Wassermangels

Nach etlichen Wochen ohne nennenswerten Regen oder Schnee treffen einige Regionen Frankreichs Einschränkungen bei der Wassernutzung. Präsident Macron ruft bereits zum nationalen Wassersparen auf.

Extemes Niedrigwasser am Stausee Lac de Sainte-Croix in Südfrankreich.
Veröffentlicht am 1. März 2023 um 15:43 Uhr von dpa

Frankreich trifft angesichts anhaltender Trockenheit Sofortmaßnahmen, um sich für einen erneuten Dürre-Sommer zu rüsten. «Die Abwesenheit von Regen seit inzwischen über 30 Tagen in Frankreich ist eine große Bedrohung für unsere Wasserreserven in diesem Sommer», sagte Regierungssprecher Olivier Véran am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Paris.

«Da jede Sekunde zählt, hat die Regierung die Präfekten aufgerufen, ab sofort außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen zur abgestuften und vorübergehenden Einschränkung oder zum Verbot der nicht vorrangigen Wassernutzung für Privathaushalte und Firmen.»

Bau neuer Swimmingpools wird verboten

In den Departements Pyrénées-Orientales, Var, Isère, Ain, Bouches-du-Rhône und Savoie wurden schon Einschränkungen getroffen, wie die Zeitung «Libération» am Mittwoch berichtete. Das Bewässern von Gärten und Sportstadien, das Auffüllen von Swimmingpools oder das Autowaschen wurde verboten - eine für die Zeit des Jahres bisher nie da gewesene Beschränkung. Keine Restriktionen gab es bisher indes in den an Deutschland angrenzenden Regionen.

Im südfranzösischen Departement Var hat die Gemeinde Callian bereits für die kommenden fünf Jahre den Bau neuer Swimmingpools wegen des Wassermangels verboten. Rund 1000 Pools gebe es bereits in der Gemeinde, sagte Bürgermeister François Cavallier. «Diese Lebensweise beruht auf Überfluss und unerschöpflichem Wasser.»

Es gab im Winter wochenlang keinen Regen

Am Wochenende hatte Präsident Emmanuel Macron zum nationalen Wassersparen aufgerufen, vergleichbar mit den Bemühungen zum Sparen von Energie über den Winter. «Wir haben einen trockenen Winter und zum entscheidenden Moment zu wenig Regen, der ein Auffüllen unserer Grundwasserreserven ermöglicht», sagte Macron. «Wir wissen also, dass wir, wie im letzten Sommer, mit Problemen der Verknappung konfrontiert sein werden.» Statt im letzten Moment unter Zwang das knappe Wasser zu reglementieren, gelte es, frühzeitig zu planen.

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1959 hat es in Frankreich im Winter noch nicht so langanhaltend keinen Regen gegeben, wie der Wetterdienst Météo France berichtete. Das führe zu einer für die Jahreszeit bemerkenswerten Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt wurden. Wochenlang fiel in den Bergen außerdem praktisch kein Schnee, der sonst im Frühjahr schmilzt und für eine zusätzliche Wasserversorgung der Flüsse sorgt.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa
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