18. August 2022 / Aus aller Welt

Sturzflut in China: 16 Tote und 36 Vermisste

Die Sturzflut überraschte die Menschen am Abend. Häuser wurden weggeschwemmt. Einige Dorfbewohner konnten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. Werden Vermisste noch lebend gefunden?

Anwohner entfernen Schlamm von ihrem Grundstück.

Bei einer Sturzflut nach heftigen Niederschlägen in Nordwestchina sind 16 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 36 werden noch vermisst, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Das Unglück passierte am Vorabend in den Bergen im Kreis Datong nahe der Stadt Xining in der Provinz Qinghai. Schwere Regenfälle hätten Erdrutsche ausgelöst, die daraufhin Flüsse blockiert und umgeleitet hätten, so die Staatsmedien. Mehr als 6000 Menschen in zwei Gemeinden und sechs Dörfern seien betroffen gewesen.

Flut kam von den Bergen

«Der Regen war besonders heftig und dauerte ein, zwei Stunden», sagte eine Augenzeugin der Zeitung «Hongxing Xinwen». Ihr Dorf Hejiazhuang liege in einer Senke. Die Sturzflut sei am Abend von den Bergen gekommen. Sie habe die Flut von einer höher gelegenen Stelle beobachtet. «Häuser wurden weggeschwemmt. Einige Dorfbewohner hatten keine Zeit, zu entkommen», wurde die Frau zitiert.

«Auch viele Rinder und Schafe wurden mitgerissen und sind ertrunken», zitierte «Hongxin Xinwen» die Augenzeugin. Die Sturzflut ist nach ihren Angaben so plötzlich vorbei gewesen, wie sie gekommen war - vielleicht innerhalb von nur ein, zwei Stunden. Nach Angaben von Staatsmedien liegt die Region am westlichen Rand eines Plateaus, mit weichen Erdschichten in hohen Lagen, die leicht Erdrutsche und Sturzfluten auslösen.

Rund 2000 Rettungskräfte mobilisiert

Ob noch eine Chance besteht, Vermisste lebend zu finden, schien unklar. Für die Bergungsarbeiten wurden rund 2000 Rettungskräfte, darunter Polizisten, paramilitärische Einheiten, Notfalldienste und Behördenvertreter mobilisiert, wie es in Staatsmedien hieß. Wegen neuer Regenfälle und der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Rettungsarbeiten am Donnerstag zeitweise unterbrochen werden.

Die Provinz Qinghai rief die zweithöchste Alarmstufe im vierstufigen Reaktionssystem für Notfälle und Katastrophen aus. In der betroffenen Gegend wohnen überwiegend die Minderheiten der Hui und Tu.


Bildnachweis: © Zhang Hongxiang/XinHua/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Alkoholisierter Jugendlicher verursacht Unfallserie
Polizeimeldung

Am Samstagnachmittag, 12.11.2022

weiterlesen...
Kollision zweier Güterzüge - Wichtige Bahnstrecke gesperrt
Aus aller Welt

Ein Güterzug fährt auf einen stehenden Zug auf, explosives Propangas tritt aus: Menschen im Raum Gifhorn müssen laut Feuerwehr keine Gefahr fürchten. Aber der Unfall trifft den Bahnverkehr hart.

weiterlesen...
Das Aus der letzten Telefonzellen steht bevor
Aus aller Welt

Das Handy macht die früher wichtige Telefonzelle überflüssig. Bald ist der öffentliche Münzfernsprecher endgültig Geschichte in Deutschland. Zeit für Erinnerungen - und zum Abschiednehmen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Verurteilter im Mädchenmordprozess will in Revision gehen
Aus aller Welt

Er soll die Spielplatz-Freundin seines Sohnes getötet, missbraucht und verstümmelt haben. Doch die Verurteilung zu lebenslanger Haft will der Straßenbauer nicht hinnehmen.

weiterlesen...
Mitarbeiter für den sozialen Dienst (m/w/d) gesucht!
Job der Woche

Das Haus St. Margareta sucht nach Deiner Hilfe

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Verurteilter im Mädchenmordprozess will in Revision gehen
Aus aller Welt

Er soll die Spielplatz-Freundin seines Sohnes getötet, missbraucht und verstümmelt haben. Doch die Verurteilung zu lebenslanger Haft will der Straßenbauer nicht hinnehmen.

weiterlesen...
Wiener Prozess um tote 13-Jährige wird zum Ende politisch
Aus aller Welt

Laut Anklage haben drei junge Männer einem Mädchen eine Überdosis Drogen verabreicht und sie vergewaltigt. Sie starb. Die Herkunft der Männer ist Thema bei Gericht.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner