Der erste große Waldbrand des Jahres in Spanien hat im Osten des Landes bereits fast 4000 Hektar zerstört. Bei der Bekämpfung des an der Grenze der Regionen Aragonien und Valencia ausgebrochenen Feuers seien aber am Freitagnachmittag erste bedeutende Fortschritte erzielt worden, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und weitere spanische Medien unter Berufung auf die Behörden. Rund 1500 Menschen waren vorsorglich aus Häusern in mehr als zehn Ortschaften der Provinzen Castellón und Teruel in Sicherheit gebracht worden. «Man hat uns gesagt, wir sollten schnellstens raus. Wir haben einen Schlafanzug geschnappt und das war's», sagte eine sichtlich beunruhigte ältere Frau RTVE. Der Bürgermeister des evakuierten 550-Einwohner-Ortes Montanejos, Miguel Sandalinas, sagte: «Wir sind alle sehr besorgt.» Bis zum Nachmittag wurden nach amtlichen Angaben mehr als 3800 Hektar Waldfläche zerstört - das entspricht der Fläche von etwa 5500 Fußballfeldern. Die Flammen hätten sich von Beginn an rasant ausgebreitet, sagte der Regierungschef der Region Valencia, Ximo Puig. Es gab zahlreiche Stromausfälle, mehrere Landstraßen waren gesperrt. Das Feuer weckte auch in Brüssel Sorgen. Am Rande des EU-Gipfels sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der erste Großbrand des Jahres sei noch vor der eigentlichen Brandsaison ausgebrochen. Die Zentralregierung in Madrid werde Mittel zur Verfügung stellen, um die Flammen zu löschen und das betroffene Gebiet wiederherzustellen. Die Löscharbeiten wurden laut dem Wetterdienst Aemet von starken Winden, geringer Luftfeuchtigkeit und den relativ hohen Temperaturen von mehr als 20 Grad erschwert. Nach amtlichen Angaben waren am Freitag rund 20 Hubschrauber und Löschflugzeuge sowie Dutzende Bodeneinheiten der Feuerwehr, der Militärischen Nothilfe-Einheit UME, des Zivilschutzes und des Notfalldienstes Samu im Einsatz. 2022 war für Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen des Europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS gewesen. Nach Messungen des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus wurde im vorigen Jahr bei 493 größeren Bränden eine Fläche von gut 306.000 Hektar zerstört. Das sind über 3000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das Saarland hat eine Fläche von knapp 2570 Quadratkilometern.Brandsaison hat eigentlich noch nicht begonnen
Bildnachweis: © Lorena Sopêna/EUROPA PRESS/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Erster Groß-Waldbrand des Jahres in Spanien
Temperaturen von über 20 Grad und Trockenheit begünstigen die Feuer. Anwohnerinnen und Anwohner müssen vorsorglich ihre Wohnungen verlassen.
Meistgelesene Artikel
- 23. Mai 2026
Segelflugzeug stürzt auf A45 – ein Toter bei Olpe
Beim Absturz eines Segelflugzeugs auf eine Autobahn im Sauerland kommt der Pilot ums Leben. Die Polizei ermittelt, zur Ursache gibt es noch keine Angaben.
- 22. Mai 2026
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Gütersloh. Wie leben Menschen aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder Nordmazedonien im Kreis Gütersloh? Welche...
- 15. Mai 2026
Öffentlichkeitsfahndung nach vermisstem 15-Jährigen
Gütersloh (ots) - Rietberg (MK) - Seit Mittwoch (13.05.) wird der 15-jährige Dean P. aus einer Jugendeinrichtung in...
Neueste Artikel
- 14. Juni 2026
Nach Beben auf Philippinen: Zahl der Toten steigt auf 61
Das weltweit stärkste Beben des Jahres traf am Montag Teile der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. Auch Tage später werden dort immer noch Leichen geborgen. Einige Dörfer sind nicht erreichbar.
- 14. Juni 2026
Tod am Berg: 22-Jähriger stürzt 130 Meter tief
Zunächst meistert ein Bergsteiger einen anspruchsvollen Aufstieg im Karwendelgebirge bei Mittenwald. Dann kommt es beim Abstieg zum tragischen Unfall. Warum stürzte der 22-Jährige ab?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Juni 2026
Nach Beben auf Philippinen: Zahl der Toten steigt auf 61
Das weltweit stärkste Beben des Jahres traf am Montag Teile der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. Auch Tage später werden dort immer noch Leichen geborgen. Einige Dörfer sind nicht erreichbar.
- 14. Juni 2026
Tod am Berg: 22-Jähriger stürzt 130 Meter tief
Zunächst meistert ein Bergsteiger einen anspruchsvollen Aufstieg im Karwendelgebirge bei Mittenwald. Dann kommt es beim Abstieg zum tragischen Unfall. Warum stürzte der 22-Jährige ab?





