15. Juli 2021 / Aus aller Welt

Corona-Impfungen: Deutschland setzt auf mehr Tempo

In Deutschland steigen die Corona-Zahlen trotz Impf-Fortschritts. Die meisten Ländern der Welt stehen beim Impfen dagegen erst am Anfang. Dabei verschlimmert sich die Coronalage vielerorts.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Veröffentlicht am 15. Juli 2021 um 16:38 Uhr von dpa

Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt Deutschland die Impfkampagnen in ärmeren Ländern mit weiteren 260 Millionen Euro.

Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Donnerstag in Genf. Der Betrag ist Teil bereits angekündigter 2,2 Milliarden Euro aus Deutschland für das internationale Programm gegen die Pandemie «Access to Covid-19 Tools Accelerator» (ACT-A). Spahn sagte, in den kommenden Monaten werde es gelingen, hunderte Millionen Menschen in allen Teilen der Welt zu impfen.

Die Mittel, die nun für die WHO vereinbart wurden, dienen der Entwicklung, Herstellung und Verteilung von Corona-Tests, Behandlungsmethoden und Impfstoffen. Insgesamt fließen von den deutschen ACT-A-Mitteln 1,5 Milliarden im laufenden Jahr.

«Die Pandemie ist noch nicht vorbei», so der Minister. Der größte Teil der Welt stehe noch am Beginn der Impfkampagne. «Es ist in unserem eigenen Interesse, dass die Welt geimpft wird», sagte Spahn. «Diese Pandemie ist erst vorbei, wenn sie für alle in der Welt vorbei ist.»

WHO-Generaldirektor Tedros sagte, die Unterstützung komme «zu einem ganz kritischen Zeitpunkt». Tedros: «Infektionen und Todesfälle steigen weltweit an.» Zudem drohten weitere Virus-Varianten.

Spahn kündigte zudem an, dass Deutschland über bereits angekündigte 30 Millionen Impfdosen hinaus weiteren Impfstoff an andere Länder geben werde. «Das ist der Startpunkt.»

Spahn mahnte andere Staaten zu mehr Unterstützung für die WHO. «Nur mit einer starken WHO werden wir diese Corona-Pandemie überwinden.» Er wolle alle anderen Mitgliedstaaten ermutigen, eine nachhaltige Finanzierung der WHO sicherzustellen.

Von der Führung in China verlangte Spahn Zugang für die weitere Erforschung des Ursprungs der Pandemie. «Wir haben ein hohes Interesse daran, dass der Ursprung dieses Virus nachvollzogen werden kann», sagte Spahn im Namen der internationalen Gemeinschaft. Eine erste Mission im Auftrag der WHO ins chinesische Wuhan hatte die Frage nicht abschließend klären können. Spahn verlangte, weitere Untersuchungen müssten folgen, so dass es ein von der Wissenschaft geleitetes Ergebnis möglich werde.

Deutschland ist Gründungsmitglied der im April 2020 ins Leben gerufenen Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A. Das meiste Geld fließt an die Impfstoffplattform Covax, kleinere Beträge an die Plattformen für Diagnostik und Medikamente gegen Covid-19. Covax fördert die Erforschung von Corona-Impfstoffen und beschafft Impfdosen. Die Finanzierung für 92 der ärmsten Länder übernehmen reichere Staaten.


Bildnachweis: © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rückruf von Dattel-Kugeln ausgeweitet
Aus aller Welt

Betroffen ist ein Artikel des Hamburger Snackunternehmens Foodloose. Kunden sollten vom Verzehr absehen, wenn die Verpackung eine bestimmte Chargennummer trägt.

weiterlesen...
Osterfeuer für das „Abenteuer Alpen“ – Die KjG Neuenkirchen lädt ein!
Stadt Rietberg

Besucher erwartet ein Abend mit Andacht, Feuer, Bratwurst und Getränken

weiterlesen...
«Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert
Aus aller Welt

Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Unternehmen: «Hipp ist Opfer einer Erpressung»
Aus aller Welt

Erpressung mit Rattengift in Babynahrung - und in Österreich wird noch ein Glas gesucht. Die Polizei warnt Eltern vor auffälligen Gläsern. Was Hipp und die Behörden nun unternehmen.

weiterlesen...
Wal-Drama: Backhaus will die Nacht vor Ort auf Boot bleiben
Aus aller Welt

Am Abend hat sich der Wal zeitweilig im flachen Wasser bewegt. Schafft er es aus der Kirchsee-Bucht der Insel Poel heraus? Der Landesumweltminister will mit Nachtsichtgerät vor Ort bleiben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Unternehmen: «Hipp ist Opfer einer Erpressung»
Aus aller Welt

Erpressung mit Rattengift in Babynahrung - und in Österreich wird noch ein Glas gesucht. Die Polizei warnt Eltern vor auffälligen Gläsern. Was Hipp und die Behörden nun unternehmen.

weiterlesen...
Wal-Drama: Backhaus will die Nacht vor Ort auf Boot bleiben
Aus aller Welt

Am Abend hat sich der Wal zeitweilig im flachen Wasser bewegt. Schafft er es aus der Kirchsee-Bucht der Insel Poel heraus? Der Landesumweltminister will mit Nachtsichtgerät vor Ort bleiben.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner