23. Juli 2021 / Aus aller Welt

Klimaforscher erkunden Eiswolken mit Messflügen

Das Erforschen von Eiswolken und Kondensstreifen von Flugzeugen soll einen Beitrag zur klimaschonenderen Planung von Flugrouten leisten.

Das Forschungsflugzeug «HALO» steht in einem Hangar.
Veröffentlicht am 23. Juli 2021 um 05:58 Uhr von dpa

Klimaforscher wollen mit Messflügen die Auswirkung von Eiswolken auf die Erderwärmung klären. Dazu nehmen sie sowohl die Kondensstreifen von Flugzeugen in den Blick als auch die natürlichen Eiswolken in der Arktis, wie die Universität Leipzig mitteilte.

Die Flüge sollten unter anderem herausfinden, wie Flugrouten weniger klimaschädlich geplant werden könnten. Mit dem Forschungsflugzeug «HALO» des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) seien rund 25 Flüge von Mitteleuropa bis zur Arktis geplant.

Klimaschonendere Flugrouten

Eiswolken können sich nach Angaben der Universität zweifach auswirken: Sie können einerseits Sonnenstrahlen in den Weltraum reflektieren - was einen kühlenden Effekt hat - und andererseits die Wärmestrahlung der Erde in der Atmosphäre halten - was wärmenden Einfluss hat. Diese Wirkungen können sowohl die natürlichen Eiswolken entfalten als auch die sogenannten Kondensstreifen-Zirren. Letztere trügen sogar mehr zur Erderwärmung durch den Luftverkehr bei als dessen Kohlendioxid-Ausstoß.

Die Messungen sollen einen Beitrag zur klimaschonenderen Planung von Flugrouten zu leisten. Kondensstreifen träten bei verschiedenen Wetterlagen unterschiedlich stark auf. Die Verringerung und Vermeidung von Kondensstreifen-Zirren sei daher «ein vielversprechender Ansatz, um den Luftverkehr klimafreundlich zu gestalten», erklärte DLR-Forscherin Christiane Voigt. Zudem solle herausgefunden werden, welchen Rolle Eiswolken speziell für die Erwärmung der Arktis spielen.

Das Forschungsflugzeug «HALO» hat umfangreiche Messtechnik zur Fernerkundung von Wolken und Kondensstreifen an Bord. Die Flugrouten sollen in 8 bis 14 Kilometern Höhe verlaufen. Zu dem Forschungsteam gehören 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von neun Institutionen. Ergebnisse der Mission werden 2022 erwartet.


Bildnachweis: © Carsten Heckmann/Stabsstelle Universitätskommunik/dpa
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